Feb
12

Lenny Kravitz – Flash

© Flash by Lenny Kravitz, published by teNeues, www.teneues.com.
Photo © 2014 Lenny Kravitz. All rights reserved.

 

 

 

Lenny Kravitz, Flash.
96 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, ca. 50 Duplex-Photographien, teNeues 2015, 34,90 Euro (D).

 

 

Was macht man, wenn man durch seine Kunst das Interesse der Öffentlichkeit auf sich zieht? Dermaßen auf sich zieht, dass man sein Haus oder das Hotelzimmer nicht mehr verlassen kann, ohne von einer Meute Neugieriger bedrängt und photographiert zu werden? Mit seinem ersten Photo-Buch gibt der Rockstar Lenny Kravitz die Antwort: Man photographiert zurück.

 


Ganz neu ist die Idee nicht. Insbesondere Künstler, die sich in ihrem Werk auch mit den Medien und der durch sie geschaffenen Realität auseinandersetzen, haben irgendwann damit begonnen, zurückzuschießen. Wir denken zuerst natürlich an den großen Erneuerer und Provokateur der modernen Kunst, Andy Warhol. Aber auch Rainald Goetz: vor Lesungen, vor öffentlichen Auftritten, wenn die Journalisten ihn belagern, hat er es sich zum Ritual gemacht, einen Schritt zurückzutreten und den Photographen den Spiegel vorzuhalten, indem er sie portraitiert.

 

 

Lenny Kravitz ist ein Weltstar: ein Vierteljahrhundert im Musikbusiness, zehn Studioalben, insgesamt 38 Millionen verkaufte Tonträger. Buff. So einer wird bei Wetten daß… eingeladen. So einer kann nicht mehr unerkannt auf die Straße gehen.

 

 

© Flash by Lenny Kravitz, published by teNeues, www.teneues.com.
Photo © 2014 Lenny Kravitz. All rights reserved.

 

 

So hat er vielleicht aus einer gewissen Genervtheit ein Stilmittel gemacht. Er selbst nennt es in seinem Photo-Buch Flash so: »Through turning the lens back on them, I have indirectly taken a deeper look at myself and the surreal world that I live in when on the road.«

 


Flash versammelt knapp 50 Schnappschüsse, die Lenny Kravitz von ihn photographierenden Leuten auf Tour machen konnte. Er photographierte sie mit einer Leica. Dass die Photos ausschließlich in Schwarz-Weiß sind, verleiht den Aufnahmen und dem Buch eine Ästhetik fern von jeder Effekthascherei.

 

 

 


Feb
07

Man Ray – Human Equations

Arnold Newman, Man Ray, Vine Street,
Hollywood, June 13, 1948.
Arnold Newman Archive, Harry Ransom
Center, The University of Texas at Austin

 

 

Man Ray – Human Equations.
A Journey from Mathematics to Shakespeare.
Ausstellung The Phillips Collection Washington D.C. 7. Februar – 10. Mai 2015.
Katalog Hatje Cantz 2015, 238 Seiten mit 248 Abbildungen, Englisch, 39,80 Euro (D).

 

 

Dass Man Ray nicht nur surrealistischer Photograph war, sondern auch Filmregisseur, Maler und Objektkünstler, ist mittlerweile bekannt. Eine Ausstellung in Washington zeigt den Anstoßgeber der Moderne nun als Suchenden, der inspiriert von Shakespeare und mathematischen Modellen ein Leben lang experimentierte und keinerlei Genregrenzen kannte.


Man Ray (1890-1976) gilt heute als bekanntester, vielleicht sogar bedeutendster surrealistischer Photograph. Schon in den 1920er Jahren sah der 1921 nach Paris gezogene Amerikaner das neue Medium in anderen Facetten denn als reines wissenschaftliches oder journalistisches Dokumentationsmittel. Durch seine Experimentierfreude und seinen künstlerischen Mut wurde er immer häufiger mit Portraits beauftragt. So schuf er im doppelten Wortsinn ein Bild des mondänen Paris der Zwanzigerjahre.

 

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Feb
07

Hiroshi Sugimoto -Conceptual Forms

Hiroshi Sugimoto, Surface of Revolution with
Constant Negative Curvature
(Conceptual Form
0010), 2004.
Collection of the Artist, New York

 

 

Hiroshi Sugimoto -Conceptual Forms and Mathematical Models.
Ausstellung The Phillips Collecton Washington D.C. 7. Februar – 10. Mai 2015.
Katalog Hatje Cantz 2015, Einleitung von Hiroshi Sugimoto, Englisch, 96 Seiten mit 48 Abbildungen, 35 Euro (D).

 

 

Hiroshi Sugimoto ist einer der weltweit stilprägenden Photokünstler. Seine enigmatischen Photo-Kunstwerke beeindrucken durch ihre radikale Einfachheit und Klarheit. Am 7. Februar 2015 eröffnet in der Washingtoner Phillips Collection eine Ausstellung mit seinen Aufnahmen von mathematischen Modellen, die begleitet wird von einem Katalogbuch, das diese Serie in ihren kunsthistorischen Kontext stellt.


Der 1948 in Tokio geborene Photograph gilt schon lange als Meiser der photographischen Essenz. Seine Werke gelten als Ikonen der Verkörperung eines angestrebten Ideals, des Strebens den physikalischen Grundlagen des Raumes auf die Schliche zu kommen. Bereits Sugimotos Serien von Wachsfiguren erschütterten in ihrer realistischen Präsenz und ließen unsere Wahrnehmung fragil werden. In der Serie Theaters schuf Sugimoto weiß strahlende Kinoleinwände, die wirkten wie Abbilder von Altaren. Die Dioramas waren Photos von Schaukästen aus naturwissenschaftlichen Sammlungen und vor Jahrtausenden ausgestorbener Tierarten in unwirklicher Natur. Ihre extreme Belichtung verbunden mit dem hochwertigen Schwarz-Weiß-Druck lassen die Vergangenheit real werden und uns Heutige erschaudern. Was ist der Schoß der Welt?

 

 

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Jan
23

C/O Berlin: Blow Up, Lore Krüger, Niina Vatanen

© David Montgomery, Donyale Luna am Set von Blow-Up, 1966

 

 

 

Nach dem furiosen Neustart im Amerika Haus am West-Berliner Zoo zündet C/O Berlin nun die nächste Rakete: Mit gleich drei großartigen Photo-Ausstellungs-Eröffnungen zeigt sich die Stiftung als erste Adresse für Photo-Interessierte in Berlin.

 


Blow Up präsentiert den Filmklassiker von Michelangelo Antonioni aus dem Jahr 1966 als Brennglas der Ästhetik, des Lebensgefühls und der Mode-Photographie der 1960er Jahre in London. Die zweite Ausstellung im Obergeschoss präsentiert die 1914 geborene Lore Krüger, die mit 19 Jahre nach London ging und ein ereignisreiches Leben zu absolvieren hatte. C/O Berlin ist vor Jahren von ihren Kindern der Nachlass angeboten worden, der nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird: Die teils surrealistische Formen-Sprache erinnert an Man Ray und war in den 1930er Jahren revolutionär.

 

 

 

Arthur Evans, David Hemmings in Blow Up (Regie: Michelangelo Antonioni), 1966 .
Courtesy Philippe Garne © Neue Visionen Filmverleih GmbH/
Turner Entertainment Co. – A Warner Bros Entertainment Company

 

 

Die dritte Schau präsentiert – ebenfalls erstmalig – einen umfassenden Überblick über das Werk der 1977 geborenen finnischen Künstlerin Niina Vatanen. Sie erkundet das Photo-Archiv einer Amateur-Photographin und nutzt dieses zur Kreation einer Art von imaginärem Museumslabor. Durch ihre Eingriffe, Veränderungen, Manipulationen wird der jeweilige Bild-Fokus verändert.

 

 

Blow Up – Antonionis Filmklassiker und die Fotografie war im vergangenen Jahr in der Albertina Wien zu sehen. Die großartige Ausstellung zeigt Filmausschnitte, Aufnahmen vom Dreh sowie Original-Photos von Künstlern, die in dem unglaublichen Spielfilm Verwendung fanden.


C/O Berlin Foundation
Amerika Haus
Hardenbergstraße 22-24
10623 Berlin

 

 

 

Arthur Evans, David Hemmings in Blow Up (Regie: Michelangelo Antonioni), 1966 .
BFI Stills © Neue Visionen FilmverleihGmbH/
Turner Entertainment Co. – A Warner Bros Entertainment Company

 

 

 

 

 




Jan
21

Mario Testino – In Your Face

© Mario Testino, Kate Moss, London, Vogue Italia 2006

 

 

In Your Face – die Photo-Ausstellung von Mario Testino wurde während der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin eröffnet. Der Fashion-Photograph präsentiert 125 seiner knalligen Bilder, die die Celebrities von ihrer besten Seite zeigen.

 

Die Ausstellung ist eine Retrospektive, zeigt sie doch Auftragsarbeiten aus der ganzen Karriere des Star-Photographen mit Hauptwohnsitz London. Doch auch zu Berlin hat er eine Beziehung: »Berlin hat eine bedeutende Rolle in der Entwicklung meiner Arbeit gespielt. Seit mehr als 20 Jahren sammle ich zeitgenössische Kunst und komme daher immer wieder nach Berlin, um Neues und Spannendes zu entdecken«, erzählte Mario Testino bei der Vernissage.

 

 

 

© Mario Testino, Claudia Schiffer, Paris, Vogue Deutschland 2008

 

 

Um sich bei Berlin zu bedanken, fügte er der Schau, die bereits in Boston, Buenos Aires und São Paolo zu sehen war, drei Photos hinzu, die hier entstanden sind.

 

Kunstbibliothek am Kulturforum
noch bis 26. Juli 2015

 

© Mario Testino, Keith Richards & Mick Jagger, Los Angeles, British Vogue 2003

 

 

 


 


Jan
14

Humphrey Bogart in memoriam

Humphrey Bogart in seiner Paraderolle: Casablanca

 

 

Zum Todestag von Humphrey Bogart (25. Dezember 1899 – 14. Januar 1957) erinnert der DANDY-CLUB mit dem Ende des grandiosen Films Casablanca an den US-Schauspieler.

Rest in peace!

 






Jan
11

Libertalia – Die utopische Piratenrepublik

Ein Handbuch zur Piraterie: Libertalia – Die utopische Piratenrepublik
© Matthes & Seitz Berlin Verlag 2014

 

 

Daniel Defoe, Libertalia – Die utopische Piratenrepublik
Herausgegeben von Helge Meves, aus dem Englischen von David Meienreis und Arne Braun, 238 Seiten, gebunden, 22,90 Euro.

 

Der Matthes & Seitz Berlin Verlag bringt mit Libertalia – Die utopische Piratenrepublik ein kleines Handbuch über die Piraterie. Der Titel täuscht ein wenig über dessen Grandiosität: Es geht um viel mehr als eine Erzählung Daniel Defoes.


Der abenteuerlustige Edelmann Mission und der desillusionierte Priester Caraccioli geraten bei einer ihrer ersten Fahrten noch als Volontäre in ein Gefecht. Ihr Schiff scheint dem nicht gewachsen zu sein. Der Erste und der Zweite Kapitän werden durch den Kampf getötet, dazu noch drei der Offiziere. Als die Führung ihres Schiffes vakant ist und der Untergang droht, reißt Mission die Befehlsgewalt an sich, ernennt seinen Verbündeten Caraccioli zum Ersten Offizier und führt das Schiff zum Sieg.

 

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Jan
08

Elvis’ 80th Birthday

Elvis zelebriert Suspicious minds auf Hawaii

 

 

Zum 80. Geburtstag von Elvis Presley errinnert der DANDY-CLUB an den wohl größten Rock-Star aller Zeiten, Elvis Presley.

Dieser Ausschnitt von Suspicious Minds ist vom Konzert, das er 1977 auf Hawaii gab. Bis dahin hatten weltweit noch nie so viele Zuschauer einem Konzert im Fernsehen zugesehen, es sollen 1,3 Milliarden gewesen sein.

Wie auch immer – die Version ist grandios. HAPPY BIRTHDAY ELVIS, whereever you are!

 

 






Jan
03

Pierre Drieu la Rochelle à memoriam




Pierre Drieu la Rochelle ist am 3. Januar vor 122 Jahren geboren worden. Der französische Schriftsteller, Dandy, Frauenmann und Kollaborateur starb durch Suizid am 16. März 1945.


Wir erinnern mit einem kurzen Ausschnitt aus dem sehenswerten FilmLe Feu Follet (Das Irrlicht).


Louis Malle verfilmte 1963 den Roman, dessen Grundlage das Leben des ehemaligen Freundes von Drieu, Jacques Rigaut, ist: Dessen gesamte Biographie und hinterlassenes Werk kreisen nur um eines, den Suizid. So hadert die Romanfigur am Leben, erhält keine Nähe, keine echte Liebe. Das Leben als eitle Show, es dient lediglich zur Befriedigung von platten Eitelkeiten….


Ein grandioser Schwarz-Weiß-Film, der auch heute nichts von seiner essenziellen Wahrhaftigkeit verloren hat.
DANDY-CLUB-Empfehlung!





Dez
28

Edward B. Gordon – Tag und Nacht

Eine Doppelseite aus dem Buch: Between Hours, Berlin 2013
© Edward B. Gordon 2013

 

 

 

Edward B. Gordon, Tag und Nacht und die Zeit dazwischen.
Tägliche Beobachtungen eines Malers.
Kein & Aber Verlag, Zürich, Berlin 2014, 192 Seiten, Ppb., 24,90 Euro (D).

 

 

Edward B. Gordon ist zu DEM Berlin-Maler avanciert. Seine Idee, jeden Tag ein Bild von der Stadt, in der er lebt, zu malen und dann anschließend im Internet zu versteigern, hat ihn zum Chronisten eines Lebensgefühls – und bekannt – gemacht. Nun erscheint sein zweites Buch mit seinen Bildern.


Als 2012 sein erstes Buch mit Berlin-Bildern erschien, passierte erstmal nicht so richtig viel. Der Band, für einen Bild-Band in eher ungewöhnlich kleinem Format – wurde erst durch eine Reihe von begeisterten Rezensionen bekannt. Darunter der inzwischen verstorbene Feuilleton-Chef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Frank Schirrmacher und der DANDY-CLUB.

 

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