Jul
09

Serge Ramelli – Paris

Treppe am Montmartre
© Paris by Serge Ramelli, published by teNeues.
Photo © 2015 Serge Ramelli and YellowKorner. All rights reserved.

 

 

 

Serge Ramelli, Paris.
176 Seiten mit ca. 100 Schwarz-Weiß-Photographien, Hardcover mit Schutzumschlag, teNeues Verlag 2015, 59,90 Euro (D.).

 

 

Wohl kaum ein Ort ist so häufig photographiert worden wie Paris. Diese magische Stadt ist zum einen die Wiege der Photographie, die hier erfunden worden ist. Zum anderen zieht die Kulturmetropole seit über 100 Jahren Photographen aus der ganzen Welt an. Umso erstaunlicher ist das neue Photo-Buch Paris von Serge Ramelli mit seinem tatsächlich neuen Blick.

 

 


Eigentlich – so denkt der Photo-Interessierte – ist nun alles photographiert. Jedes Motiv, jede reizvolle Ecke in dieser Stadt an der Seine ist tausende Male abgelichtet worden. Wie viele Photobücher es gibt, die allein die französische Hauptstadt zum Thema haben, weiß man nicht so genau. Eine herausragende Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen präsentierte im Jahr 2012 einige Dutzend der bedeutendsten Paris-Photobücher und erstaunte das interessierte Publikum ob der schieren Quantität und auch Qualität der seit dem Ende des 19. Jahrhunderts erschienenen Bücher.

 

 

Weiterlesen »

Jun
29

Karl Lagerfeld – Villa Noailles

Blick von der Villa Noailles hinunter zum Meer
© Karl Lagerfeld 1995

 

 

 

Karl Lagerfeld, Villa Noailles, Hyères-Été 1995.
Text von Karl Lagerfeld, 64 Seiten mit 54 Schwarz-Weiß-Tritone-Photographien, gebunden in grobes Leinen, Steidl Verlag, Göttingen 2015, Euro 48 (D.).

 

 

Im Sommer 1995 photographierte Karl Lagerfeld die Villa Noailles. Zu diesem Zeitpunkt stand das Haus schon viele Jahre leer. Glücklicherweise hatte nur der Zahn der Zeit dem Gebäude einer strikten architektonischen Moderne zugesetzt. Bis auf einige wenige Kritzeleien an den Wänden gab es kaum sichtbare Zerstörungen.

 

 

In Auftrag gegeben wurde die Villa Noailles von Charles und Marie-Laure de Noailles, in der Zwischenkriegszeit in Paris bekannte Mäzene und Kunstinteressierte, die hier ihren Sommersitz geplant hatten. Beauftragt hatten sie 1923 den vom Bauhaus inspirierten Architekten Robert Mallet-Stevens, für den dies das erste größere Projekt war.

 

Weiterlesen »

Jun
24

David Hume – Essays

David Hume. Portrait von Allan Ramsay, 1766

 

 

 

David Hume, Vom schwachen Trost der Philosophie. Essays.
Auswahl, Übersetzung und Nachwort von Jens Kulenkampff.
133 Seiten, geb. in Leinen mit Leseband, mit einer Titelvignette von Karl Lagerfeld, L.S.D. Verlag 2014, 15,80 Euro (D).

 

 

David Hume (1711-1776) zählt heute zu den Philosophie-Klassikern der angelsächsischen Welt. Lektor Karl Lagerfeld entdeckte für den L.S.D. (Lagerfeld Steidl Druckerei) Verlag dessen Essays. Den Feinschliff besorgte der Philosophie-Professor Jens Kulenkampff.

 


Im Zeitalter der Schubladen ordnet man heute David Hume zu den Skeptizisten. Das ist zwar nicht falsch – aber dennoch saß der Schotte ein Leben lang zwischen allen Stühlen. Das Erbe an den Ländereien der adligen Familie erhielt sein älterer Bruder. Der junge David musste sich fortan sein Leben selbst finanzieren. Er wollte Professor für Pneumatologie oder Philosophie werden. Aber aus beidem wurde bekanntermaßen nichts. Auch sein großes philosophisches Werk, die Untersuchung in Betreff des menschlichen Verstandes, das zuerst 1748 erschien, wurde erst Jahre später allgemein beachtet.

 

 

So war Humes Leben von stetem Wandel gekennzeichnet. Auf Wunsch der Familie begann er nach diversen anderen Studien ein Jura-Studium in Edinburgh, das er nach nur einem halben Jahr abbrach. Er ging zurück zur Mutter, um sich nur noch philosophischen Studien zu widmen. Auch seine Tätigkeit für einen Kaufmann in Bristol währte nur ein halbes Jahr. 1737 ging Hume für drei Jahre nach Frankreich. Von der dortigen Lebensart war er angetan. Anschließend stellte er in London sein Philosophisches Hauptwerk fertig. Nach dem Tod seiner Mutter musste er das Leben als Privatgelehrter aufgeben. Er nahm verschiedene Tätigkeiten an unter anderen als Tutor, Sekretär und anschließend als Adjutant für eine militärisch-diplomatische Mission nach Wien und Turin.

 

 

Für die bibliophile Ausgabe im L.S.D. Verlag wählte Jens Kulenkampff unter anderen die Essays aus Der Epikuräer, Der Stoiker, Der Platoniker, und Der Skeptiker. Doch sind die von Hume präsentierten Typen weniger Vertreter dieser philosophischen Schulen. Vielmehr sind es letztlich karikierte Typen von Sinn- und Glückssuchern, die jeder auf seinem Weg der menschlichen Erfüllung entgegenstreben. So hat Humes Platoniker mit Platon nur begrenzt zu tun. Sein Stoiker bedient sich vor allem beim Epikuräer Lukrez. Und sein Skeptiker ist ein alter ego des Autoren selbst: ein aufgeklärter Kritiker, der unter dem Einfluss der Philosophie seiner Zeit deren Allmachtsanspruch in ihre Schranken weisen will.

 

 

Dies Büchlein ist vom Verlag wohl als Einstimmung gedacht. Denn für den Herbst hat Lucy in the Sky with Diamonds die Gespräche über natürliche Religion von David Hume angekündigt.



Jun
19

Mr Radley Drives To Vienna

Radley mit seinem Rolls-Royce vor Brown’s Hotel 1913

 

 

 

John Kennedy, Mr Radley Drivers To Vienna.
A Rolls-Royce Silver Ghost crossing the Alps – 1913 & 2013.
152 Seiten mit 108 Abbildungen, Hirmer Verlag 2015, 29,90 Euro (D).

 

 

Dieses Projekt ist wirklich dandyesk: Ein Automobil-Enthusiast absolviert mit einem Rolls-Royce eine Berg-Rallye, die derselbe Wagen exakt 80 Jahre zuvor gefahren ist. Doch damit nicht genug: Mithilfe recherchierter Original-Photos von 1913 konnten dieselben Motive an denselben Orten nachgestellt werden.


Eine Geschichte nach dem Geschmack des DANDY-CLUBs, die wir nun  der Reihe nach erzählen wollen.

 

Weiterlesen »

Jun
15

BMW Art Guide by Independent Collectors

Praktisch, handlich, günstig: Der neue BMW Art Guide
© Hatje Cantz Verlag 2015

 

 

 

Der dritte BMW Art Guide by Independent Collectors.
Hrsg. BMW Group, Independent Collectors, Deutsch, 228 Seiten mit 91 Abbildungen, Broschur, Hatje Cantz Verlag 2015, 15 Euro (D).

 

 

Der BMW Art Guide by Independent Collectors ist in der dritten Ausgabe erschienen: Ein nützlicher wie handlicher Führer zu gleichzeitig privaten und zugänglichen Kunst-Sammlungen weltweit.


Kunst zu schaffen, verändert das Leben des Künstlers fundamental. Aber auch sich für Kunst zu interessieren, sie zu kaufen und zu sammeln, führt zu seelischer Erweiterung. Es gibt Sammler, die sammeln um des Besitzes wegen – oder um sich an der wachsenden Kollektion zu erfreuen. Und dann gibt es diejenigen Sammler, die noch einen Schritt weiter gehen: Sie verschließen ihre meist wertvollen, manchmal gar einzigartigen Sammlungen nicht in eigens dafür gebauten Tresorräumen. Nein, sie öffnen sie der Öffentlichkeit.

 

Die Independent Collectors sind ein Internet-basiertes Netzwerk von privaten Sammlern von Gegenwartskunst. Seit ihrem Start im Jahr 2008 hat diese Community über 5.000 Mitglieder aus 96 Ländern.

 

Einer größeren kunst-interessierten Öffentlichkeit sind die Independent Collectors seit 2012 bekannt durch ihren verdienstvollen BMW Art Guide. Hatte die erste Ausgabe noch 160 Seiten, so ist die neue Ausgabe auf 225 Seiten angewachsen. Im Vergleich zur vorigen Ausgabe ist die nunmehr dritte um weitere 32 Kunstsammlungen erweitert worden. Insgesamt werden 236 Sammlungen in 167 Orten und 39 Ländern vorgestellt. Alle werden kurz und prägnant beschrieben. Die jeweilige Adresse und die Öffnungszeiten machen den wohl gestalteten Guide zu einer praktischen Hilfe für jeden Kunstinteressierten.

 

Beachten sollte man allerdings, dass viele Besuche eine vorherige Anmeldung erfordern. Bricht der Kunstinteressierte zu einer Reise auf, empfiehlt es sich also, die Sammlungs-Besuche vorher zu organisieren.

 

https://www.independent-collectors.com
Kontakt: bmwartguide@independent-collectors.com

 

 

 

 

Jun
11

D’Annunzio – Soldato

Der italienische Dichter-Dandy Gabriele d’Annunzio

 

 

D’Annunzio Soldato 

Das Infanterie-Museum in Rom zeigt bis zum September 2015 eine Ausstellung über den italienischen Dichter-Dandy Gabriele d’Annunzio (1863-1938) als Soldat.

Die Informationen im Netz sind spärlich; hier geht’s zum Museum:

http://www.060608.it/en/eventi-e-spettacoli/mostre/d-annunzio-soldato.html

 

Dank an Stephan S.!

Jun
10

Joris Luyendijk – Unter Bankern. Eine Spezies wird besichtigt

Informativ, erhellend – und erschreckend: Joris Luyendijks Interviews mit britischen Bankern
© Tropen Verlag 2015

 

 

 

Joris Luyendijk, Unter Bankern. Eine Spezies wird besichtigt.
267 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Tropen, Klett-Cotta-Verlag 2015, 19,95 Euro (D).

 

 

Der holländische Journalist Joris Luyendijk interviewte für sein Blog etwa 200 britische Banker, deren Angehörige und Ausgestiegene. Er wollte herausfinden: Wie funktioniert diese abgeschottete City? Die Essenz seines Blogs, das international Aufsehen erregte, ist nun als Buch erschienen.

 


Luyendijk, als Reporter kriegserfahren und mit der bei Journalisten immer seltener werdenden echten politischen Neugier ausgestattet, gründete im Auftrag der linken britischen Zeitung The Guardian ein Blog im Internet. Sein Ziel war, Mitglieder der englischen City, also des Londoner Finanzsektors, der immerhin ungefähr 250.000 Menschen umfasst, in Gesprächen zu Aussagen über die Funktionsweise und Mechanismen zu bewegen.


  

Weiterlesen »

Jun
07

Fragments of Metropolis Berlin

Buchdruckerei des Ullstein-Verlags, Eugen Schmohl, 1924-26
Photo aus dem Buch. © Niels Lehmann

 

 

 

Fragments of Metropolis Berlin.
Berlins expressionistisches Erbe.
Hrsg. von Niels Lehmann und Christoph Rauhut, 256 Seiten mit ca. 140 Farb-Abbildungen, gebunden, Hirmer Verlag 2015, 24,90 Euro (D).

 

 

Berlin ist Hauptstadt – in expressionistischer Architektur. Ein Photo-Band im handlichen Groß-Oktav präsentiert sage und schreibe über 150 Gebäude und Monumente aus der Zwischenkriegszeit.

 


Niels Lehmann und Christoph Rauhut widmen sich einem bedeutenden Thema: Seit einigen Jahren reisen sie unermüdlich durch Europa, um den vorhandenen Bestand der sogenannten expressionistischen Architektur zu dokumentieren. Crowdfunding und einigen Sponsoren ist das nun erschienene Buch zu verdanken. Es ist quasi ein Handbuch der expressionistischen Bauwerke Berlins, verzeichnet es doch alle noch erhaltenen Büro,- Industrie-Gebäude, Verkehrs und Öffentliche Bauten sowie Wohngebäude in Berlin und der näheren Umgebung.

Weiterlesen »

Jun
01

Das Amerika Haus in Berlin

C/O Berlin, das Amerika Haus
© C/O Berlin, Photo David von Becker

 

 

 

Pop, Politik und Propaganda
Das Amerika Haus Berlin im Wandel der Zeit
Hrsg. C/O Berlin Foundation. Text von Hans Georg Hiller von Gaertringen. Hatje Cantz Verlag 2015.
168 Seiten mit ca. 100 Abbildungen, 29,80 Euro (D).

 

 

Nachdem in den ersten 20 Jahren nach der Wiedervereinigung der Osten Berlins einen ungeheuren Boom erlebte, entwickelt sich nun ein anderer Ort als Zentrum der deutschen Hauptstadt heraus: Es ist der Bereich am den Bahnhof Zoo. Der Einzug der bedeutenden Photo-Stiftung C/O Berlin in das Amerika Haus ist ein weiterer Höhepunkt dieser Entwicklung.


Als Berliner hat man darauf nur gewartet: Der Potsdamer Platz hatte seinen Reiz, als er neu war. Der Bezirk Mitte ist noch immer hip. Das große Geld fließt mittlerweile aber auch wieder in den Westen. Und wer eine wirkliche Renommier-Adresse vorweisen will, zieht eher an den Kurfürstendamm.

 

Weiterlesen »

Mai
30

The Pininfarina Book

Günther Raupp,  Ferrari 342 America Cabriolet, 1953
© The Pininfarina Book, published by teNeues. Photo © G. Raupp

 

 

 

 

The Pininfarina Book.
Hrsg. und mit Photos von von Günther Raupp.
304 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, ca. 250 Farb- und Schwarz-Weiß-Photographien, teNeues Verlag 2015, 98 Euro (D.)

 

 

Pininfarina gilt als weltweit erste Adresse, wenn es um schöne Automobile geht: Alfa Romeo Rundheck-Spider, Fiat 124 Spider, Peugeot 504 Cabriolet und Coupé und unzählige der stilistisch atemberaubensten Ferrari sind von dem italienischen Designer gestaltet worden. The Pininfarina Book zeigt die Gestaltungen der Design-Schmiede bis in die Gegenwart.

Weiterlesen »

Ältere Beiträge «

» Neuere Beiträge