Jun
11

D’Annunzio – Soldato

Der italienische Dichter-Dandy Gabriele d’Annunzio

 

 

D’Annunzio Soldato 

Das Infanterie-Museum in Rom zeigt bis zum September 2015 eine Ausstellung über den italienischen Dichter-Dandy Gabriele d’Annunzio (1863-1938) als Soldat.

Die Informationen im Netz sind spärlich; hier geht’s zum Museum:

http://www.060608.it/en/eventi-e-spettacoli/mostre/d-annunzio-soldato.html

 

Dank an Stephan S.!

Jun
10

Joris Luyendijk – Unter Bankern. Eine Spezies wird besichtigt

Informativ, erhellend – und erschreckend: Joris Luyendijks Interviews mit britischen Bankern
© Tropen Verlag 2015

 

 

 

Joris Luyendijk, Unter Bankern. Eine Spezies wird besichtigt.
267 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Tropen, Klett-Cotta-Verlag 2015, 19,95 Euro (D).

 

 

Der holländische Journalist Joris Luyendijk interviewte für sein Blog etwa 200 britische Banker, deren Angehörige und Ausgestiegene. Er wollte herausfinden: Wie funktioniert diese abgeschottete City? Die Essenz seines Blogs, das international Aufsehen erregte, ist nun als Buch erschienen.

 


Luyendijk, als Reporter kriegserfahren und mit der bei Journalisten immer seltener werdenden echten politischen Neugier ausgestattet, gründete im Auftrag der linken britischen Zeitung The Guardian ein Blog im Internet. Sein Ziel war, Mitglieder der englischen City, also des Londoner Finanzsektors, der immerhin ungefähr 250.000 Menschen umfasst, in Gesprächen zu Aussagen über die Funktionsweise und Mechanismen zu bewegen.


  

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Jun
07

Fragments of Metropolis Berlin

Buchdruckerei des Ullstein-Verlags, Eugen Schmohl, 1924-26
Photo aus dem Buch. © Niels Lehmann

 

 

 

Fragments of Metropolis Berlin.
Berlins expressionistisches Erbe.
Hrsg. von Niels Lehmann und Christoph Rauhut, 256 Seiten mit ca. 140 Farb-Abbildungen, gebunden, Hirmer Verlag 2015, 24,90 Euro (D).

 

 

Berlin ist Hauptstadt – in expressionistischer Architektur. Ein Photo-Band im handlichen Groß-Oktav präsentiert sage und schreibe über 150 Gebäude und Monumente aus der Zwischenkriegszeit.

 


Niels Lehmann und Christoph Rauhut widmen sich einem bedeutenden Thema: Seit einigen Jahren reisen sie unermüdlich durch Europa, um den vorhandenen Bestand der sogenannten expressionistischen Architektur zu dokumentieren. Crowdfunding und einigen Sponsoren ist das nun erschienene Buch zu verdanken. Es ist quasi ein Handbuch der expressionistischen Bauwerke Berlins, verzeichnet es doch alle noch erhaltenen Büro,- Industrie-Gebäude, Verkehrs und Öffentliche Bauten sowie Wohngebäude in Berlin und der näheren Umgebung.

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Jun
01

Das Amerika Haus in Berlin

C/O Berlin, das Amerika Haus
© C/O Berlin, Photo David von Becker

 

 

 

Pop, Politik und Propaganda
Das Amerika Haus Berlin im Wandel der Zeit
Hrsg. C/O Berlin Foundation. Text von Hans Georg Hiller von Gaertringen. Hatje Cantz Verlag 2015.
168 Seiten mit ca. 100 Abbildungen, 29,80 Euro (D).

 

 

Nachdem in den ersten 20 Jahren nach der Wiedervereinigung der Osten Berlins einen ungeheuren Boom erlebte, entwickelt sich nun ein anderer Ort als Zentrum der deutschen Hauptstadt heraus: Es ist der Bereich am den Bahnhof Zoo. Der Einzug der bedeutenden Photo-Stiftung C/O Berlin in das Amerika Haus ist ein weiterer Höhepunkt dieser Entwicklung.


Als Berliner hat man darauf nur gewartet: Der Potsdamer Platz hatte seinen Reiz, als er neu war. Der Bezirk Mitte ist noch immer hip. Das große Geld fließt mittlerweile aber auch wieder in den Westen. Und wer eine wirkliche Renommier-Adresse vorweisen will, zieht eher an den Kurfürstendamm.

 

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Mai
30

The Pininfarina Book

Günther Raupp,  Ferrari 342 America Cabriolet, 1953
© The Pininfarina Book, published by teNeues. Photo © G. Raupp

 

 

 

 

The Pininfarina Book.
Hrsg. und mit Photos von von Günther Raupp.
304 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, ca. 250 Farb- und Schwarz-Weiß-Photographien, teNeues Verlag 2015, 98 Euro (D.)

 

 

Pininfarina gilt als weltweit erste Adresse, wenn es um schöne Automobile geht: Alfa Romeo Rundheck-Spider, Fiat 124 Spider, Peugeot 504 Cabriolet und Coupé und unzählige der stilistisch atemberaubensten Ferrari sind von dem italienischen Designer gestaltet worden. The Pininfarina Book zeigt die Gestaltungen der Design-Schmiede bis in die Gegenwart.

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Mai
28

Impressionismus – Expressionismus

Pierre-Auguste Renoir, Badende mit blondem, offenen Haar, um 1903.
Österreichische Galerie Belvedere, Wien. © Belvedere, Wien

 

 

 

 

Impressionismus – Expressionismus. Kunstwende.
Ausstellung in der Alten Nationalgalerie Berlin
22.05.2015 bis 20.09.2015.
Katalog im Hirmer Verlag, 336 Seiten mit 300 Farbabbildungen auf 135g-Matt-Papier, gebunden, 49,90 Euro (D).

 

 

Impressionismus und Expressionismus gelten heute als schlicht gegensätzliche Kunstrichtungen. Doch das war nicht immer so. Eine große und aufwendige Ausstellung auf der Berliner Museumsinsel lässt den Besucher die Gemeinsamkeiten entdecken.

 


Impressionismus und Expressionismus sind an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert intensiv debattiert und verglichen worden. Was heute als gegensätzlich wahrgenommen wird, waren zur Zeit ihres Entstehens die beiden bedeutendsten avantgardistischen Kunst-Strömungen – mit vielerlei Gemeinsamkeiten.

 

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Mai
22

Lee Miller

Lee Miller und David E. Scherman,
Lee Miller in Hitlers Badewanne, München, Deutschland, 1945

© Lee Miller Archives England 2015. All Rights Reserved. www.leemiller.co.uk

 

 

 

Lee Miller.
Ausstellung in der Albertina Wien, 8. Mai – 16. August 2015.
Katalog im Hatje Cantz Verlag 2015, Deutsch/ Englisch, 160 Seiten mit 70 Abbildungen, Broschur, 29,80 Euro (D).

 

 

 

Lee Miller (1907-1977) begann ihre Laufbahn als Photographin im Kreis der Surrealisten im Paris der 1930er Jahre. 70 Jahre nach ihrem Einzug in Wien als Kriegsreporterin der Amerikaner widmet die Albertina der ungewöhnlichen Frau eine Ausstellung. Das begleitende Katalog-Buch präsentiert  frühe Photos, die bislang selten gezeigt wurden.

 

 


Lee Miller hatte sich schon immer für die Photographie interessiert. Als kleines Mädchen posierte sie für ihren Vater vor der Kamera. Später arbeitete sie als Photomodell in New York. Kein Geringerer als Edward Steichen empfahl sie einem gewissen Man Ray, der in Paris als Mode- und Portraitphotograph tätig war. So wurde sie seine wissbegierige Schülerin – und wohl rasch seine Geliebte.

 

 

 

Leider vernichtete Lee Miller die meisten ihrer eigenen Photos selbst. Von vielen erhaltenen Bildern ist strittig, wie hoch der Anteil von Man Ray und der ihre ist. Darüber sollen die beiden sich selbst schon damals gestritten haben.

 

 

 

Im April 1945 reiste Lee Miller für die US-amerikanische und britische Vogue nach Europa. Sie photographierte München, die so genannte Hauptstadt der Bewegung, wo sie sich vor allem für Hitlers und Eva Brauns private Räumlichkeiten interessierte. Wohl am 30. April 1945, dem Tag von Hitlers Selbstmord, gelangt Lee Miller in dessen Wohnung im Münchner Bezirk Bogenhausen. Sie belässt es nicht bei objektiv anmutenden Dokumentations-Aufnahmen der Privatwohnung, sondern steigt in die Badewanne des Führers, wo sie sich auch wirklich ein heißes Bad gönnt. Um die Ironie auf die Spitze zu treiben – oder vielleicht auch nur, um das ästhetische Mittelmaß der Nazis zu verballhornen – stellt sie für die Aufnahme noch ein Portrait Hitlers auf den hinteren Badewannenrand. Ihre schmutzigen Armeestiefel auf dem hellen Badezimmerteppich lassen keinen Zweifel mehr daran, wer nun Herr im Haus ist.

 

 

 

 

Man Ray, Porträt von Lee Miller, Paris, Frankreich, 1929
© MAN RAY TRUST /ADAGP, Paris /Bildrecht Wien 2015 Courtesy Lee Miller Archives, England 2015.
All rights reserved. www.leemiller.co.uk

 

 

 

Lee Millers Photos sind von zweifelsfreier Subjektivität und scheinen stets eine Aussage transportieren zu wollen. Sie war eine der ersten Photographinnen, die mit den US-Truppen die KZs Buchenwald und Dachau öffnete. Ihre Photos sind sehr nah an den Opfern. Sie zeigen die ausgemergelten Gesichter hautnah. Die Leser der Vogue werden nicht verschont von Leichenbergen. Lee Miller hat das dokumentiert, was kein anderer festgehalten hat. Dazu gehören die verstörenden Photos von deutschen Wachleuten des Konzentrationslagers Buchenwald, die nach ihrer versuchten Flucht gefasst und von den Amerikanern misshandelt wurden.

 

 

 

Das begleitende Katalog-Buch aus dem Hatje Cantz Verlag dokumentiert bislang kaum gezeigte frühe Photos von Lee Miller, die sie zusammen mit Man Ray machte, Reportage-Aufnahmen aus Wien und München 1945 und last but not least Lee Miller in des Führers Badewanne. Ein photo-historisches Ereignis.

 

 

 

Lee Miller,  Irmgard Seefried, Opernsängerin, singt eine Arie aus Madame Butterfly,
Wiener Opernhaus, Wien, 1945

© Lee Miller Archives England 2015. All Rights Reserved. www.leemiller.co.uk

 

 

 

 



Mai
20

Alexandra Harris – Virginia Woolf

Virginia Woolf – Portrait von George Charles Beresford

 

 

 

Alexandra Harris, Virginia Woolf.
231 Seiten, Leinen mit Leseband, L.S.D. im Steidl Verlag 2015, mit einer Titelvignette von Karl Lagerfeld, 24 Euro (D.).

 

 

Virginia Woolf (1882-1941) war eine herausragende Schriftstellerin. Ihr schweres Leben zwang sie dazu, genau zu beobachten und das Glück im Augenblick zu suchen. Das war es, war sie letztlich in ihren Texten festhielt. Der L.S.D. Verlag bringt die in England vielgelobte Biographie von Alexandra Harris jetzt erstmals in Deutsch.

 

 

Marcel Proust war wohl nicht zufällig eines ihrer großen literarischen Vorbilder. Auch der Autor von Auf der Suche nach der verlorenen Zeit schuf sein genialisches und riesiges Werk vor der Drohung seines immer näher kommenden Todes und in kräftezehrendem Ringen mit seinem zerfallenden Körper.

 

 

Virginia Woolf ist als junge Frau wohl über längere Zeit von ihrem Stiefbruder missbraucht worden. Alexandra Harris sagt nichts Genaueres darüber, aber der Leser ahnt es aus ihren Sätzen. Das hatte ihr Leben lang starke gesundheitliche und nervliche Probleme nach sich gezogen. Auch war sie zwar lange verheiratet – und sehr glücklich, wie sie noch in ihrem Abschiedsbrief schrieb – doch fühlte sie sich sexuell zu Männern wohl weniger hingezogen.

 

 

Alexandra Harris schrieb eine Biographie, eine Skizze eigentlich, die ambivalent ist. Die 1981 in Sussex geborene Autorin rast förmlich durch das Leben der Schriftstellerin. Und eigentlich handelt es sich bei ihrem Buch eher um eine Werkbiographie, sind die Bücher und andere Texte von Virginia Woolf das zentrale Bindeglied ihrer Schilderung. Ambivalent ist ihre Lebensbeschreibung, weil sie vorgibt, Virginia Woolfs Leben zu schildern. In Wahrheit hangelt sich harris aber an den Büchern und vor allem Briefen ihres Subjektes entlang. Sie zitiert Schlüssel-Aussagen aus Briefen von Virginia Woolf, um diese dann – quasi in einem Umkehrschluss – auf ihr Leben zu projizieren.

 

 

Angenehm an der Skizze ist, dass die Autorin, die englische und amerikanische Literatur an der Universität von Liverpool lehrt, psychologisierende Interpretationen vermeidet, die noch in den 1980er Jahren üblich waren, wo die Biographen stets genau wussten, wie ihr Subjekt getickt hat und welche Ursachen aus der Kindheit das hatte.

 

 

Dennoch würde man sich mehr Griffigkeit in der Schilderung von Harris wünschen. Meist bleiben ihre Schilderungen ein wenig unpräzise; als Leser bekommt man Virginia Woolf nicht richtig zu fassen. Ein Beispiel:

 

 

»Um dem Gefühl, dass sie alt wurden und die Freunde ihnen wegstarben, zu begegnen, waren Virginia und Leonhard äußerst aktiv. Sie unternahmen lange Ausflüge mit ihrem neuen Wagen, es gab neue Freunde, beispielsweise Elizabeth Bowen, und auch die eigenartigen, einnehmenden Sitwells wuchsen Virginia zusehends ans Herz. Das Verhältnis zu T. S. Eliot war herzlicher geworden.«

 

Das Buch eignet sich als Einstieg zu Werk und Person von Virginia Wolf. Wer nach der Lektüre mehr Interesse hat, sollte unbedingt ihre Briefe lesen. Hier zeigt sich die große sensible Beobachterin von ihrer offensten Seite.

 

 

 


Mai
15

Ulrich Horstmann – Mit Todesengelszungen

Nicht nur für Suizidenten empfehlenswert: Die intelligente Anthologie von Ulrich Horstmann
© Königshausen & Neumann 2015

 

 

 

 

Ulrich Horstmann, Mit Todesengelszungen.
Freisprüche für Selbstmörder von Seneca bis Cioran nebst einem Plädoyer gegen die neue Zwangsjacke.
156 Seiten, Ppb., Königshausen & Neumann 2015, 18,- Euro (D).

 

 

 

 

»Le suicide fait partie du capital de l‘humanité«, waren die Abschiedsworte des französischen Schriftstellers Henry de Montherlant, als er sich 1972 erschoss. Er hatte dies in Anlehnung an einen Aphorismus Ernst Jüngers notiert, um sich darüber zu erschießen. Diese Aussage bekämpfen seit Jahrhunderten Kirchenvertreter, Staatsbedienstete und Mediziner mit den unterschiedlichsten Begründungen. Ulrich Horstmann tritt seit langem für einen selbstbestimmten Abgang ein. Sein neuestes Buch ist eine Anthologie mit bedeutenden Texten.

 


Bereits der griechische Philosoph Seneca (4 v. Chr. – 65 n. Chr.) war ein Vertreter des Menschenrechts auf Suizid: Der Weise lebe so lange, so argumentierte der Gelehrte, »wie es die sittliche Pflicht verlangt, nicht solange er kann […] Tritt ihm zuviel entgegen, was ihn belastet, was die Seelenruhe ihm stört, dann wirft er des Lebens Fesseln ab.«

 


Montaigne (1533-1592) argumentierte, frei sei ein Mensch letztlich erst dann, wenn er den Tod verachte, das heißt, wenn er sich vor ihm nicht mehr fürchtet. Die beiden Philosophen begründen den Reigen der in der Anthologie Mit Todesengelszungen – Freisprüche für Selbstmörder von Seneca bis Cioran nebst einem Plädoyer gegen die neue Zwangsjacke versammelten Suizid-Verteidiger.

 

 

Konsequent philosophiert Montaigne, niemand bräuchte sich über sein Leben und die Unbill der Welt zu beschweren. Schließlich könne er sich jederzeit verabschieden: »Zum Sterben braucht man nichts, als es zu wollen.«

 


Die Texte in diesem intelligenten Buch sind chronologisch sortiert. Danach folgen John Donne und Robert Burton. David Hume (1711-1776) legt sich massiv mit der Kirche an, indem er ihre Argumentation, der Suizident stelle Gottes Schöpfung infrage und sei damit für sein Leben undankbar, sucht ad absurdum zu führen.

 

 

Georg Christoph Lichtenberg und Ludwig Feuerbach präsentieren zwei große Vertreter des Menschenrechts auf Freitod im 18. und 19. Jahrhundert. Neben Schopenhauer und Nietzsche fehlt der großartige Paul Valéry nicht, der sich ein literarisches Leben lang mit den Grenzbereichen des menschlichen Daseins beschäftigte.

 

 

Zwei Autoren und deren Schlüsselwerke zum selbstbestimmten Aus-dem-Leben-Scheiden haben wir vor kurzem an dieser Stelle genannt aus Anlass des Suizides von Fritz J. Raddatz: Jean Amérys grandiosen Essay Hand an sich legen – Diskurs über den Freitod (1976) und Hermann Burgers Tractatus Logico-Suicidalis – Über die Selbsttötung (1988). Beides sind nicht nur literarisch grandiose Bücher. Sie lassen den Entschluss zur Selbsttötung absolut unausweichlich erscheinen. Beide Bücher wurden durch die Ausführung der Tat ihrer Autoren gekrönt.

 

 

In seiner ausführlichen Einleitung zitiert Ulrich Horstmann den Schweizer Schriftsteller Jean Améry:

 

»Der Suizidant ist ein Mensch. Schon gehört er der Erde, aber noch gehört die Erde ihm – und sie ist schön. Und der Andere, mein Gott, er war, gesehen nun aus der Perspektive des Scheidenden, so schrecklich nicht […] Du wirst mich, Anderer, der du mir die Hölle warst, aber auch die Seligkeit, nicht oder nicht lange beklagen: Aber ich beklage dich und in dir mich selber. Und damit: gute Nacht.«

 


Doch ist es Herausgeber Ulrich Horstmann um mehr gelegen: Auf die gesamten Facetten seiner vielgliedrigen Argumentation können wir hier nicht eingehen. Seine Absicht ist, den Suizid von  jedweder Verdammung und Verurteilung zu befreien. Er sei ein Menschenrecht und sollte auch nicht durch Argumentationen wie der Sterbehilfe für Altersschwache oder unheilbar Kranke verwässert werden.

 

 

Sowohl die Einführung wie auch Horstmanns »Schlußplädoyer« verdienen eine aufmerksame Lektüre – und eine ehrliche und grundlegende Debatte über die wissenschaftlichen Fachgrenzen hinweg.

 





Mai
06

Fassbinder – JETZT

Rainer Werner Fassbinder und El Hedi ben Salem am Set von Händler der vier Jahreszeiten, 1971
© Deutsches Filminstitut, Frankfurt am Main, Photo: Peter Gauhe

 

 

 

Der Regisseur Rainer Werner Fassbinder wäre am 31. Mai 2015 runde 70 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeigt das Deutsche Filmmuseum Frankfurt am Main die Ausstellung Fassbinder – JETZT im Martin-Gropius-Bau Berlin.

 

Die Präsentation will zu einer zeitgemäßen Auseinandersetzung mit einem bedeutenden deutschen Regisseur anregen.

 

Neben der Arbeitsweise des Filmemachers will Fassbinder – JETZT die Kohärenz des filmischen Werks und dessen Einfluss auf die zeitgenössische Kunstproduktion verdeutlichen.

 

Die Präsentation beginnt mit der Gegenüberstellung von Innen und Außen: Schlagzeilen und Texte spiegeln die damalige Rezeption der Persona Fassbinder und seines Werks in der Öffentlichkeit wider. Auf neun Monitoren mit Ausschnitten aus Fernsehinterviews, erläutert Fassbinder sein Filmverständnis. Hierdurch kann der Besucher auch Methoden von Fassbinders Selbstinszenierung nachvollziehen.

 

Originaldokumente und persönliche Gegenstände aus seinem Nachlass gewähren detaillierte Einblicke in das Lebensumfeld und die Projekte des Regisseurs. Gezeigt werden daneben Notizen, Briefe, Kalkulationen, Skripte, Drehbücher und –pläne.

 

 

Rainer Werner Fassbinder: Die bitteren Tränen der Petra von Kant, 1972
© Rainer Werner Fassbinder Foundation, Berlin

 

 

 

Fontane Effie Briest, 1972-74
Arbeitsphoto Hanna Schygulla und Kostümbildnerin Barbara Baum
© Deutsches Filminstitut, Frankfurt am Main, Photo: Peter Gauhe

 

 

 

Fassbinder – JETZT
6. Mai bis 23. August 2015
Berliner Festspiele
Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin
Tel. (030) 25 48 6-0
Öffnungszeiten: Mi-Mo 10.00-19.00 Uhr

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