Nov
13

Christophe Ono-dit-Biot – Die griechische Freundin

„Ich lege mich auf den Sand, er ist angenehm warm. Die Brise trocknet mich, die Natur tut mir gut. Ich kann besser atmen. Meine Bronchien sind frei. Ich denke an nichts. Mein Körper ist braun geworden. Er erwacht.“
Christophe Ono-dit-Biot
Procopius Strand, Naxos September 2018. © DANDY-CLUB 2018

 

 

 

 

 

Christophe Ono-dit-Biot: Die griechische Freundin
Übersetzt von Michael von Killisch-Horn.
240 Seiten, gebunden in Leinen, gedruckt auf Schleipen Fly 115 g.
L.S.D. Verlag im Steidl Verlag, Göttingen 2018, 20 €.

 

 

 

 

 

César will sterben. Der Pariser ist 40, Journalist, Vater eines sechsjährigen Sohnes – und seit Kurzem verwitwet. Der Tod seiner über alles geliebten Frau führt ihn in eine tiefe Depression, der er durch einen Freitod entgehen will. Dass alles komplett anders kommt liegt an der jungen griechischen Nachbarin, die just nach der vierten von zehn Schlaftabletten an der Tür klopft. Christophe Ono-dit-Biots Roman Die griechische Freundin ist dabei vielmehr als ein modernes Märchen: Eine Aufforderung, sich mit den Werten Europas zu beschäftigen. Eine Hommage.

 

 

 

 

 

César ist 40, Vater eines sechsjährigen Sohnes, lebt in Paris und ist erfolgreicher Journalist. Ein Traum eigentlich. Wäre nicht seine von ihm abgöttisch geliebte Frau vor kurzem gestorben. Er ist zutiefst verzweifelt. Selbst sein süßer und kluger kleiner Sohn kann ihn von seinen Depressionen und vom Leid nicht befreien. Das Leben ist für ihn vollkommen sinnlos geworden.

 

 

 

 

Christophe Ono-dit-Biot schildert in den ersten Kapiteln ungeheuer authentisch, wie César leidet. Der Witwer ist ständig den Tränen nahe, zieht sich zurück in seine Wohnung mit den vielen Büchern und meidet jedweden Kontakt. Da kommt seine neue Nachbarin gerade recht. Allerdings im für ihn denkbar unpassendsten Augenblick. Gerade hat er sich in die Küche gesetzt – der Sohn ist bei den Eltern untergebracht -, um in Ruhe die zehn Schlaftabletten, die er sich im Internet bestellt hatte, in Ruhe zu schlucken, da klopft es an seiner Wohnungstür.

 

 

 

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Nov
09

Guillaume Apollinaire – 100. Todestag

Gillaume Apollinaire (1880-1918)

 

 

 

Zum 100. Todestag des französischen Poeten Guillaume Apollinaire findet sich in den Feuilletons der deutschen Zeitungen – nichts.

 

 

Guillaume Apollinaire wurde am 26. August 1880 in Rom geboren als Wilhelm Albert Włodzimierz Apolinary de Wąż-Kostrowicki. Er starb nach einer Kriegsverletzung an der Spanischen Grippe am 9. November 1918 in Paris.

 

 

Zu seinen Lebzeiten war er zwar literarisch produktiv. Sein Durchbruch kam aber erst nach seinem Tod. Seine Lyrik wird heute mit zur bedeutendsten französischen des 20. Jahrhunderts gezählt. Er war mit Picasso befreundet und gehörte zur Pariser Künstler-Bohème vor dem Ersten Weltkrieg.

 

Alles Weitere zu seinem Leben können Sie ja im Netz nachlesen.

 

 

Ein erhaltener Original-Film-Auschnitt:

 

Hier noch ein interessanter Artikel aus der Wochenzeitung Die Zeit von 1969 über Guillaume Apollinaires Poetische Werke/Oeuvres Poétiques.

 

 

 

Nov
07

Led Zeppelin by Led Zeppelin

John Paul Jones, Robert Plant, Jimmy Page, John Bonham – The New Yardbirds (to become Led Zeppelin)
Copenhagen, Sep. 7, 1968 – The first performance ever.
©Jorgen Angel www.angel.dk

 

 

 

 

Led Zeppelin by Led Zeppelin
von Jimmy Page, Robert Plant und John Paul Jones.
Deutsch, gebunden in Leinen mit Goldprägung,
448 Seiten mit über 300 Abbildungen.
Reel Art Press 2018, € 59,95.

 

 

 

 

Led Zeppelin war eine der bedeutendsten Bands in der Geschichte der Rock-Musik. Fans, die von einer Reunion der nur zwölf Jahre bestehenden Gruppe träumten, wurden vor kurzem jäh enttäuscht, als Robert Plant, Ex-Sänger von Led Zeppelin, dem eine Absage erteilte. Aber sie gehen nicht leer aus. Zum 50. Jubiläum der Band-Gründung erscheint ein adäquates Buch: Der Photo-Band Led Zeppelin by Led Zeppelin.

 

 

 

 

»Eine Reunion von Led Zeppelin«, sagte Ex-Sänger Robert Plant in einem Interview »gibt’s höchstens an einer Pommesbude in Camden«. Damit machte er die Wunsch-Vorstellung von Millionen Fans weltweit zunichte, die Band könnte nocheinmal zusammenkommen. Verständlich ist es. Nach dem Tod von John Bonham lösten die übrigen Bandmitglieder Led Zeppelin auf. Es sei ihnen unmöglich, ohne Bonham zu spielen. Der Schlagzeuger war im September 1980 tot im Bett in Pages Haus in Windsor aufgefunden worden. Er war im Schlaf an seinem Erbrochenen erstickt, wohl als Folge übermäßigen Alkoholkonsums. Die verbliebenen Musiker wussten, dass sie nicht mehr besser werden können.

 

 

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Okt
31

Alexander Rubel – Ernst Jünger

Alexander Rubels Studie erschien bei Königshausen & Neumann

 

 

 

 

Alexander Rubel: Die Ordnung der Dinge.
Ernst Jüngers Autorschaft als transzendentale Sinnsuche.
199 Seiten, Paperback, Königshausen & Neumann 2018, 29,80 €.

 

 

 

Alexander Rubel untersucht in seinem Buch Die Ordnung der Dinge »Ernst Jüngers Autorschaft als transzendentale Sinnsuche« – so der Untertitel. Er will nachweisen, dass Jüngers gesamtes Werk von einer religiös-transzendentalen Bewältigung der Erfahrung des Ersten Weltkriegs bestimmt ist.

 

 

 

Seit dem Tod des 1895 geborenen Ernst Jünger im Jahre 1998 hat sich die Sicht auf den Schriftsteller, der beinahe das gesamte 20. Jahrhundert literarisch begleitet hat, grundlegend verändert. Galt er noch vor der Wiedervereinigung in der alten Bundesrepublik als »umstritten«, ist es heute geradezu en vogue, sich mit dem Dichter zu befassen, der zwischen 1922 und 1996 etwa 60 Bücher publizierte. Sein veröffentlichtes Tagebuch gehört zu den längsten der Literaturgeschichte.

 

 

 

Dass der Autor von In Stahlgewittern, der Widerstandsparabel Auf den Marmor-Klippen oder dem bedeutenden Tagebuch des Zweiten Weltkriegs Strahlungen heute zweifellos zum Kanon der besten deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts gehört, verdankt er wohl vor allem Büchern, die seit seinem 100. Geburtstag 1995 in stetig anwachsender Zahl über ihn und sein Werk erscheinen. Neben den beiden umfangreichen Biographien von Helmuth Kiesel und Heimo Schwilk (2007) seien hier exemplarisch als besonders gelungen zu nennen der von Alexander Pschera herausgegebene Sammelband Bunter Staub – Ernst Jünger im Gegenlicht und die Doppelbiographie Brüder unterm Sternenzelt – Friedrich Georg und Ernst Jünger von Jörg Magenau.

 

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Okt
24

Edward Gorey – Das unglückselige Kind

Edward Gorey (1925-2000)
© The Edward Gorey Charitable Trust

 

 

 

 

Edward Gorey: Das unglückselige Kind
Aus dem Englischen von Clemens J. Setz.
64 Seiten mit 30 ganzseitigen Zeichnungen, Halbleinen, Fadenheftung,
Lilienfeld Verlag, Düsseldorf 2018, 15 €.

 

 

 

 

Edward Gorey war ein außergewöhnlicher Zeichner – und Mensch. Der Düsseldorfer Lilienfeld Verlag bringt den im deutschsprachigen Raum kaum bekannten, im angelsächsischen dagegen frenetisch geliebten Künstler in einer losen Folge wunderbarer kleiner Bücher in neuen Übersetzungen heraus.

 

 

 

Das unglückselige Kind heißt das jüngste der bibliophil gestalteten kleinen Bändchen von Edward Gorey, die der Düsseldorfer Lilienfeld Verlag in Deutsch herausbringt. Die Geschichte – bestehend aus 30 ganzseitigen Strichzeichnungen, die jeweils mit einer kurzen Unterzeile versehen sind – ist traurig. Charlotte Sophia ist ein kleines Mädchen, das in wohlhabendem Haus behütet aufwächst und dem dann viel Unglück widerfährt… Edward Gorey ist zu dieser kleinen grausamen Geschichte durch einen Film inspiriert worden.

 

 

 

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Okt
20

Sebastian Copeland

© Sebastian Copeland, Zephyr, Arctic, 2008

 

 

 

 

Sebastian Copeland
Ausstellung vom 20. Oktober bis 1. Dezember 2018
Camera Work, Kantstraße 149, 10623 Berlin, www.camerawork.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, 11 bis 18 Uhr.
Buch Arctica: The Vanishing North.
304 Seiten, 182 Farb- und 9 Schwarz-Weiß-Photographien, teNeues 2018, 98 €.

 

 

 

Die Berliner Photo-Gallerie Camera Work präsentiert eine Einzelausstellung von Sebastian Copeland. »Helping people fall in love with their world, is a catalyst to wanting to save it«, ist das Motto des Photokünstlers, Umweltschützers, Polarforschers und Extremsportlers.

 

 

Der 1964 geborene Sebastian Copeland begann seine Kariere in New York als erfolgreicher Regisseur von Musikvideos. Anschließend war er als Produzent und Photograph für Bekleidungs-Labels tätig. Seit 1999 gilt sein Fokus dem Klimawandel und dessen Folgen.

 

 

 

© Sebastian Copeland, Iceberg IX
(The Cube), Greenland, 2010

 

 

 

 

Dabei nutzt er die Photographie, um die Betrachter mit der entlegenen Polarregion in Kontakt zu bringen, sie so den westlichen Konsumenten vertrauter zu machen, um eine emotionale Bindung entstehen zu lassen. Denn nur was man kenne, könne man bewahren wollen, argumentiert der engagierte Umweltschützer. Copeland ist Vorstandsmitglied von Global Green und bereits für die UNO, bei der Pariser Klimakonferenz (2015), im Google Headquarter und im George Eastman House sowie in vielen TV- und Radiosendungen über die Gefahren des Klimawandels gesprochen

 

 

 

Arctica: The Vanishing North by Sebastian Copeland
erschien bei teNeues

 

 

 

Okt
12

Museum Kunstpalast – Sportwagen der 1950er bis 1970er Jahre

Ferrari 250 GT California Spyder, 1960
Designer: Battista Pininfarina, Sergio Scaglietti
Privatsammlung

 

 

 

 

 

Museum Kunstpalast Düsseldorf
PS: Ich liebe dich.
Sportwagen-Design der 1950er bis 1970er Jahre.
Ausstellung noch bis 10. Februar 2019.
Katalog im Hirmer Verlag, 180 Seiten mit 187 Farbabbildungen, 39,90 €.

 

 

 

 

Das Düsseldorfer Museum Kunstpalast widmet sich dem Auto: Die Ausstellung PS: Ich liebe dich. Sportwagen-Design der 1950er bis 1970er Jahre präsentiert knapp 30 der bedeutendsten sportlichen Autos. Wer es bis zum Ende der Schau am 10. Februar 2019 nicht in die Rhein-Metropole schafft, kann sich mit dem gelungenen Katalog trösten.

 

 

 

 

Das Auto als Kultobjekt. Dass das Auto im 20. Jahrhundert zu viel mehr geworden ist, als zu einem Fortbewegungsmittel, ist von vielen Wissenschaften, von Romanciers und Drehbuchautoren hinlänglich beschrieben worden. Roland Barthes beschrieb Anfang der 1960er Jahre das Auto als Mythos, den sich der Käufer zulege, um sich mit ihm zu umgeben. Dem Mythos des Luxuriösen, der Sportlichkeit oder was auch immer.

 

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Okt
01

Michael Poliza – Namibia


The Empty Quarter is actually in the desert of the Arabian Peninsula,
but the name would fit this landscape of sand dunes in the Kunene Region’s Skeleton Coast Park equally well

Photo © 2018 Michael Poliza. All rights reserved.www.michaelpoliza.com

 

 

 

 

 

Michael Poliza: Namibia
Texte von Günter Kast.
280 Seiten mit 134 großformatigen Farb-Photographien
Englisch, Deutsch, Französisch, teNeues 2018, 80 €.

 

 

 

 

Mit Namibia erscheint ein weiterer beeindruckender Photoband von Michael Poliza. Aufgrund der herausragenden Aufnahmen, seines riesigen Formates und der dadurch außergewöhnlichen Dokumentation von Landschaft und Tierwelt ist das Buch für alle Afrika-Fans und Reise-Freunde ein Genuss.

 

 

 

Jenseits von Afrika. Dieses Buch erinnert an den Film aus dem Jahr 1985 mit Meryl Streep, Robert Redford und Klaus Maria Brandauer in den Hauptrollen. Der sehr erfolgreiche Spielfilm vermittelt dem Zuschauer ein Gefühl von dem Kontinent, der so riesig ist, der in großen Teilen unbewohnt ist und uns Europäern immer ein Stück weit geheimnisvoll bleiben wird.

 

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Sep
11

Burt Glinn – The Beat Scene

Eine Schachpartie während einer Auszeit im Blackhawk, einem Nachtlokal an der Ecke Turk und Hyde Street,
wo bekannte Jazzmusiker oft spielen.
Für die Beatniks war Jazz wie Essen und Trinken.
Der Spieler, der hier spielt, ist Earl Bostic, Virtuose des lauten Tones Alto.
Copyright © Burt Glinn

 

 

 

 

 

 

Burt Glinn: The Beat Scene
160 Seiten mit 170 Photos.
Mit einem Essay von Jack Kerouac.
Englisch.
Reel Art Press 2018,
Gebunden mit Schutzumschlag, 39,95 €.

 

 

 

 

 

Der US-amerikanische Dokumentar-Photograph Burt Glinn bewegte sich in der Beat-Szene der 1960er Jahre. Der Londoner Verlag Reel Art Press (RAP) publiziert nun ein wunderbares Buch mit bislang größtenteils unveröffentlichten Aufnahmen von Allen Ginsberg, Jack Kerouac und anderen Beatniks. Das kultige Photobuch enthält darüber hinaus einen zum ersten Mal veröffentlichten Essay von Jack Kerouac über die Beat-Szene von New York.

 

 

 

Drei Wochen hämmerte Jack Kerouac 1951 auf seine Schreibmaschine ein. Ohne Zuhilfenahme gewisser Aufputschmittel wäre sein Buch-Manuskript wohl nicht fertig geworden. In Erwartung seines poetischen Ergusses hatte er eigens mehrere hundert Bogen Papier zusammengeklebt, um durch das Einlegenmüssen neuer Blätter nicht unterbrochen zu werden. Das ergab letztlich eine Rolle von 37 Metern.

 

 

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Sep
04

Elliott Erwitt’s Scotland

The Jacobite Steam Train, Glenfinnan Viaduct, Lochaber, Highlands, Scotland, 2012
Photo © 2018 Elliott Erwitt/Magnum Photos. All rights reserved.

 

 

 

 

Elliott Erwitt: Scotland
160 Seiten, mit etwa 150 Duplex-Photographien
Texte in Deutsch, Englisch, Französisch,
teNeues 2018, gebunden, 70 €.

 

 

 

 

Elliott Erwitts neuestes Photobuch heißt schlicht Scotland. Der großformatige Schwarz-Weiß-Band ist nichts Geringeres als eine absolut gelungene visuelle Liebeserklärung an dieses individualistische Land.

 

 

Elliott Erwitts humoristische Bildsprache ist legendär. Obwohl der berühmte Magnum-Photograph Photo-Serien mit hohem objektiven Wert produziert, lässt er es sich nicht nehmen, immer wieder verschmitzte Ironie in seine Bilder einzubringen.

 

 

Elliott Erwitt wurde 1928 in Paris geboren und verbrachte seine Kindheit in Mailand. Als der junge Mann 1948 nach New York ging, lernte er die legendären Photo-Pioniere Edward Steichen und  Robert Capa kennen. 1949 reiste er durch Frankreich und Italien und lernte so den Geist Europas kennen. 1953 begann Erwitt auf Einladung von Robert Capa für die berühmte Agentur Magnum zu arbeiten. Später wurde Elliott ihr Präsident.

 

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