Jun
21

Robert Longo – Gang of Cosmos

Robert Longo, After Pollock
© Robert Longo, VG Bild-Kunst, Bonn 2017

 

 

 

Robert Longo, Gang of Cosmos
The abstract expressionist drawings
Englisch, 128 Seiten mit 68 Abbildungen.
Gedruckt auf Munken Lynx Rough 150 g und Lumi Silk 170 g. Leinen, 48 €.

 

 

Der US-amerikanische Künstler Robert Longo gilt als einer der bedeutendsten Graphiker der Gegenwart. In den vergangenen Jahren beschäftigte er sich mit berühmten Bildern des Abstrakten Expressionismus. Ein wohlfeiles Künstlerbuch dokumentiert nun seine Versionen einiger Gemälde.

 


Die Installation mit teils riesigen Kohlezeichnungen von Robert Longo war eines der absoluten Highlights des Gallery Weekends Berlin im Jahre 2012. Begleitet wurde diese ungeheure Schau von einem Buch, das gerade in zweiter Auflage vorliegt.

 

 

Robert Longos Meisterschaft liegt unter anderem darin, Photos so detailgetreu nachzuzeichnen, daß der Betrachter erst bei aller-nächstem Ansehen merkt, daß es sich bei dem Werk gar nicht um eine Photographie, sondern um eine Kopie desselben mittels Kohlestift handelt.

 

 

Der 1953 in Brooklyn/ New York geborene Künstler hat dabei eine so unwahrscheinliche Meisterschaft entwickelt, daß eine Reihe von Besuchern der damaligen Ausstellung nicht glauben mochte, daß sie nicht vor einem Photo stehen.

 

 

In den vergangenen Jahren nun hat sich der vom New Wave inspirierte Graphiker dem Abstrakten Expressionismus zugewandt. Newman, Kline oder Rothko heißen die Maler, auf deren Werke er sich in der Intensität einließ, daß er Kopien schuf. Nur mit schwarzer Kreide. Die Ausstellung dieser Werke in einer New Yorker Galerie im Jahr 2014 war ein ungeheurer Erfolg.

 

 

Das wohlfeile Künstlerbuch Robert Longo – Gang of Cosmos dokumentiert neben den in Kohle wiedergegebenen Gemälden auch Detailansichten, die die perfektionistische Technik von Longo verdeutlichen.

 

 

Das aufwendig gestaltete Künstlerbuch präsentiert im Riesenformat und im ansprechenden Leineneinband neben der damaligen Ausstellung der Galerie auch großformatige Ansichten von Longos Atelier.

 

 

Ein herausragendes Künstlerbuch, das dazu motiviert, sich die Kohlebilder einmal im Original anzuschauen. Denn kein Buch, so gut es auch immer gestaltet ist, kann den wahren Blick auf die riesigen Originale Robert Longos ersetzen.

 

© Matthias Pierre Lubinsky 2017

 




 

Jun
15

Mario Cresci | Baudelaire | SAGE Paris

Mario Cresci, I rivolti, Charles Baudelaire, Bergamo, 2013
Set of 46 pieces, hand folded, Giclée print
© Mario Cresci / SAGE Paris

 

 

In der Galerie Sage in Paris eröffnet heute die Ausstellung mit Photo-Collagen Baudelaires von Mario Cresci.

 

Der französische Schriftsteller Charles Baudelaire (1821-1867) gilt bis heute nicht nur als Erneuerer der französischen Literatur. Darüber hinaus ist er einer der großen Theoretiker des Dandytums. Beim DANDY-CLUB ist darüber Einschlägiges zu finden.

 

Mario Cresci möchte mit dieser Arbeit die Beziehung zwischen der Photographie als Kunstrichtung und anderen – aktuellen – Positionen diskutieren. »Meine allgemeine Vision für die Arbeit war, dass ich die Beziehung zwischen den geometrischen Formen, die erzeugt wurden, wie in einem Handschuh, der nach innen gedreht wurde, durch die Falten in dem Blatt Papier und die weiße Fläche des Rückens, die mit dem gedruckten verbunden ist, hervorheben möchte«, beschreibt der Künstler den Stil der Serie.

 

Für alle, die in den nächsten Tagen in Paris sind, unser Tipp.

 

Mario Cresci – Baudelaire
15. Juni – 16. September 2017
Vernissage: 15. Juni 2017, 18.00 Uhr.

SAGE Paris

1 bis, avenue de Lowendal, 75007 Paris
T +33(0)1-47050520
info@sageparis.com
www.sageparis.com

SAGE Paris

Jun
12

Billy Name – The Silver Age

Billy Name, Nico 1967
Copyright © Billy Name
Billy Name: The Silver Age is published by www.reelartpress.com

 

 

 

Billy Name: The Silver Age
Black and white Photographs from Andy Warhol’s Factory.
448 Seiten mit 400 Schwarz-Weiß-Abbildungen, gebunden in schwarzes Leinen mit Cover-Prägung, Schutzumschlag, Reel Art Press, London 2014, 55 €.

 

 

Billy Name war Photograph, Schauspieler, Filmregisseur und eines der diversen Universalmitglieder von Andy Warhols Factory. Der umfangreiche Photoband Billy Name – The Silver Age ist eine Art bibliophiles Vermächtnis. Das wunderschöne Buch enthält 400 Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus der bedeutendsten Periode der Factory.

 


Billy Name (1940-2016) begann seine künstlerische Karriere als Beleuchter am Broadway. Andy Warhol hatte er bereits Ende der 1950er Jahre kennengelernt, als er im New Yorker Restaurant Serendipity 3 als Kellner arbeitete. Eigentlich hieß er William Linich. Seinen Namen gab er sich selbst, als er einmal auf die Frage nach seinem Namen antwortete: »my name is name«.

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Jun
04

Extra! Weegee

Ice Sheathed Firemen at Coney Island New Year’s Eve Fire, January 1, 1940, printed by January 9, 1940
© Weegee/International Center of Photography, Courtesy: Daniel Blau, Munich

 

 

 

Extra! Weegee
336 Seiten mit 361 Abbildungen, gebunden mit Schutzumschlag, Englisch, Hirmer Verlag 2017, 49,90 €.

 

 

Arthur Fellig, genannt Weegee, ist einer der berühmtesten Pressephotographen der USA. In den 1930er und -40er Jahren war er oft der Erste am Unfallort oder am Tatort der Mafia. Das Buch Extra! Weegee aus dem Hirmer Verlag dokumentiert  361 seiner Aufnahmen, von denen viele als verschollen galten.



Arthur ‚Weegee‘ Fellig (1899-1968) erhielt als erster Pressephotograph die Genehmigung von der NYC Police, den Polizeifunk mitzuhören. Dies ermöglichte es ihm, manchmal sogar noch vor den Polizisten am Tatort zu sein. Er machte unzählige Aufnahmen von schweren Verkehrsunfällen, Mordanschlägen oder einfach nur dem normalen Wahnsinn dieses irren Schmelztigels New York City.

 

 

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Mai
26

Ernst Jünger – Subtile Jagden

Ernst Jüngers Großessay zur Insektenkunde in einer bibliophilen Neuausgabe
© Klett-Cotta 2017

 

 

 

Ernst Jünger, Subtile Jagden
Mit einem Essay von Uwe Tellkamp und Illustrationen von Walter Linsenmaier.
1. Aufl. 2017, 307 Seiten, großformatiger Leinenband mit Prägung, bedruckter Vorsatz, 12 Farbtafeln von Walter Linsenmaier, Bauchbinde, 50 €.

 

 

Ernst Jüngers Subtile Jagden sind ein grandioser Großessay, in dem der Jahrhundertautor Autobiographisches mit Philosophischem, Naturbetrachtung mit Reflexion virtuos verbindet. 50 Jahre nach der Erstausgabe veröffentlicht Klett-Cotta eine bibliophile Jubiläumsausgabe mit Insektenzeichnungen von Walter Linsenmaier und einem Essay von Uwe Tellkamp.

 


In den Jahren direkt nach dem Zweiten Weltkrieg schrieb Ernst Jünger (1895-1998) eine Reihe kleiner Bücher, in denen er sich mit der Überwindung des Nihilismus (Über die Linie) und dem Überleben in einer feindlich gesinnten Umgebung (Der Waldgang) beschäftigte. In den 1960er Jahren begann bei dem Autoren, der als junger Mann am Ersten Weltkrieg teilgenommen hatte, eine Entwicklung weg vom Politischen hin zu immer grundlegenderen Auseinandersetzungen.

 

 

In seinem Großessay Subtile Jagden, der erstmals 1967 erschien, beschreibt er seinen Spleen des Käfersammelns. Dabei handelt es sich keineswegs um ein entomologisches Werk. Jüngers Leidenschaft für das Auffinden, Sammeln und Einordnen der kleinsten Tiere ist quasi die eine Seite seiner Weltbetrachtung. Stets betonte der Dichter, der fast das gesamte 20. Jahrhundert literarisch begleitete, ihn interessiere nur das ganz Kleine auf der Welt oder das ganz Große. Neben seiner Leidenschaft für Insekten konnte er sich für Astrologie begeistern und philosophierte über die Bedeutung unserer Erde im Universum.

 

 

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Mai
23

Sir Roger Moore ist tot

Sir Roger Moore als James Bond

 

 

Der britische Schauspieler und James-Bond-Darsteller Sir Roger Moore ist im Alter von 89 Jahren in der Schweiz gestorben. Das teilte gerade seine Familie auf Twitter mit: »Mit schwerem Herzen müssen wir mitteilen, dass unser geliebter Vater, Sir Roger Moore, in der Schweiz nach einem kurzen, mutigen Kampf gegen den Krebs verstorben ist.«

 

Roger Moore verkörperte sieben Mal den Geheimagenten James Bond. diese Rolle machte ihn weltberühmt. Sie schien ihm auf den Leib geschnitten, gab er der Figur dandyeske Nonchalance und gentlemanlike Grandezza.

 

Rest in Peace, Roger!

 

Hier ein schöner Nachruf aus Szenen seiner James Bond-Filme.

 

Mai
19

Harf Zimmermann – Hufelandstraße. 1055 Berlin

© Harf Zimmermann, Frau Baehr, ihre Tochter mit Lebensgefährten und Kind am 7. Oktober 1987

 

 

 

Harf Zimmermann – Hufelandstraße. 1055 Berlin.
Ausstellung in der C/O Berlin Foundation
29.04. – 02.07.2017
Photobuch bei Steidl, 152 Seiten mit 95 Abbildungen, gebunden in Leinen, 34 Euro.

 

 

»Die Straße ist schöner als erwartet, aber auch fremder. Sie liegt im alten Osten – doch der ist aus ihr gewichen«, schreibt der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck in seinem Vorwort zu dem Photobuch Hufelandstraße von Harf Zimmermann.

 

Die Hufelandstraße im ostberliner Prenzlauer Berg galt zu DDR-Zeiten als der Kurfürstendamm des Ostens. Geräumige Altbauten und selbständige Läden, die die DDR vergessen hatte zu enteignen. Das Regime konzentrierte sich auf die großangelegten Neubauviertel am Rande Ostberlins. Für die Sanierung der alten Häuser fehlte das Geld. Oder es sollte fehlen, weil die bürgerliche Architektur gern verfallen sollte.

 

Die Hufelandstraße ist nur knapp einen Kilometer lang. 49 prächtige Häuser aus der Gründerzeit stehen hier, altes Kopfsteinpflaster, stattliche Linden und breite Bürgersteige. Nach der Wende entstand ein Neubau.

 

© Harf Zimmermann, Hufelandstraße, Ecke Bötzowstraße, Januar 1987

 


Mitte der 1980er Jahre zieht der Photograph Harf Zimmermann mit einer alten Großformatkamera los, um die Bewohner seiner Nachbarschaft und ihre Wohnungen zu portraitieren. Ein ganzes Jahr lang zieht er von Haus zu Haus und sammelt so Material für seine Diplomarbeit als Meisterschüler von Arno Fischer an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

 

Nach durchgreifender Gentrifizierung wird so dieses emphatische Photoprojekt zu einem ungeheuer wertvollen Dokument des Lebens in Prenzlauer Berg bis in die 1990er Jahre, bevor der fast vollständige Bevölkerungsaustausch stattfand.

 

Die Ausstellung in der C/O Berlin Foundation wird begleitet durch ein ästhetisches Buch aus dem Steidl Verlag, in dem sich knapp 100 Photos der Serie finden. Harf Zimmermann erläutert im Nachwort sein Projekt. Gebunden in Leinen, mit einem eingesetzten Cover-Photo, bietet es Steidl zum jovialen Preis an.

 

C/O Berlin Foundation. Amerika Haus. Hardenbergstraße 22–24. 10623 Berlin.
Tel +49.30.284.44 16-62.  E-Mail: info@co-berlin.org. www.co-berlin.org.
Geöffnet täglich 11 – 20.00 Uhr.

 

Zum Buch geht’s hier.

 

Mai
13

Jean-Baptiste Huynh – Nude and Nature

© Jean-Baptiste Huynh, Nus – Nu 119 – L’Origine du Monde ,
2015

 

 

Die Berliner Photogalerie Camera Work zeigt ab 13. Mai 2017 eine Einzelausstellung des Photokünstlers Jean Baptiste Huynh. Unter dem Titel Nude & Nature werden Akte, Stilleben und Portraits gezeigt und zum Kauf angeboten.

 

Huynhs Œuvre, das auch im Pariser Louvre aufgenommen wurde,  zeichnet sich aus durch eine sublime Formensprache, in der Licht und Schatten dem menschlichen Körper, Teilen des Gesichts oder der Hand spezifische Aufmerksamkeit zuweisen.

 

In der Schau werden Werke aus bekannten Serien ergänzt durch bislang unveröffentlichte Photos.

 

Ausstellung vom 13. Mai bis 8. Juli 2017
CAMERA WORK Kantstraße 149, 10623 Berlin
www.camerawork.de
Öffnungszeiten Di–Sa 11–18 Uhr. Eintritt frei.

 

 

Apr
28

William Klein. Photographs & Films

William Klein, Gun 1, Amsterdam Avenue, New York 1954,
painted contact 2001

© William Klein

 

 

William Klein. Photographs & Films.
Ausstellung in der C/O Berlin Foundation
vom 29.04. bis 02.07.2017

 

 

C/O Berlin widmet dem 1928 in New York geborenen Photographen und Filmemacher William Klein eine umfassende Retrospektive. In den rund 300 Exponaten läßt sich das riesige Œuvre nachvollziehen, das der experimentierfreudige Künstler über 60 Jahre schuf.

 

Die groß angelegte Ausstellung, die nur am Berliner Bahnhof Zoo zu sehen sein wird, präsentiert Tableaus, Vintageprints, Kontaktbögen, Bücher, Magazine und Filme.

 

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Apr
24

The Odessey – The Zombies in Words and Images

Das legendäre Cover der legendären Platte mit dem Schreibfehler
ist nun auch das Cover des Buches
© www.reelartpress.com/BMG Books

 

 

The Odessey, The Zombies in Words and Images.
Mit einem Vorwort von Tom Petty.
Englisch, gebunden, 152 Seiten mit 106 Abbildungen,
Reel Art Press/BMG Books, London 2017, 29,99 €.

 

 

 

Das Album Odessey and Oracle von The Zombies hat Musikgeschichte geschrieben. Zum 50jährigen Jubiläum der Aufnahmen hat die Band unter Mithilfe vieler berühmter Musikerkollegen ein Buch komponiert, das eine Reise in die 60er Jahre ermöglicht.

 


Bands haben ihr Schicksal – wie Menschen. Die Flower-Power-Combo The Zombies war musikalisch nicht wirklich zu spät. Aber die Jungs saßen mit ihrem Sound irgendwie zwischen den Stühlen. Schaut man in die Listen der besten Platten der Rockgeschichte, so versteht man im Rückblick, warum der große Erfolg ausblieb. Die Beatles starteten Anfang der 1960er. Das Jahr 1966 stellte einen Höhepunkt dar: Die Beatles brachten eines ihrer besten Alben, Revolver, die Rolling Stones zwei Jahre nach ihrem Debut das grandiose Aftermath und die Beach Boys veröffentlichten mit Pet Sounds eine der besten Platten der Popgeschichte – bis heute.

 

 

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