Dez
09

Christian Tagliavini – 1406

© Christian Tagliavini, Tolemaide, 2017

 

 

 

Christian Tagliavini – 1406
Ausstellung in der Gallerie Camera Work
9. Dezember 2017 – 24. Februar 2018

 

 

 

Die Photo-Gallerie Camera Work am Berliner Zoo präsentiert die Ausstellung 1406 von Christian Tagliavini. In dieser Serie verbindet er die Kunst des 15 Jahrhunderts und dem Quattrocento Italiens mit zeitgenössischer Photokunst.

 

In den größtenteils großformatigen Photographien lässt Christian Tagliavini die Grandezza, Würde und zugleich Grazilität der Frührenaissance wieder aufleben. Der Titel der Serie ist eine Referenz an den Maler Filippo Lippi (1406-1469), einem der bedeutendsten Künstler der Frührenaissance.

 

Christian Tagliavini, der an dieser Serie über zwei Jahre gearbeitet hat, zitiert diese kulturell bedeutende Epoche, – ohne sie zu kopieren. So hat er sämtliche Kleider selbst designt und sogar die kleinsten Ornamente und Details der Kleidung in Handarbeit hergestellt. Einige Stücke werden in der beeindruckenden Ausstellung präsentiert.

 

 

Camera Work Photogallerie
Kantstraße 149
10623 Berlin
Tel: (030) 31 00 77-45
www.camerawork.de

 

 

Dez
06

Christian Maillard – Photographs

© Christian Maillard, New York, USA, 1996

 

 

 

 

Christian Maillard, Photographs

Herausgegeben von Thomas Zander,
mit einer Einführung von Freddy Langer
Englisch, Französisch.
120 Seiten mit 78 Abbildungen in Schwarz-Weiß
Hatje Cantz Verlag 2017, gebunden in Leinen, 40 €.

 

 

 

Christian Maillard kann auf ein erfolgreiches Berufsleben zurück blicken. Der 1944 geborene Franzose war lange Jahre Manager bei Radio France. Quasi nebenbei hat er sein Leben lang photographiert. Nun erscheint sein erster Photoband.

 

 

Christian Maillard hat sich nicht nur das Photgraphieren selbst beigebracht. Zugleich ist er enthusiastischer Sammler von alten Photos. In seiner Wohnung stehen und hängen Arbeiten der großen Namen der Photo-Geschichte: William Klein, Robert Frank, Saul Leiter, Lee Friedlander. Der FAZ-Journalist Freddy langer besuchte den Künstler für seine Einführung in den schönen Photoband mit dem schlichten Titel Photographs zu Hause und berichtet über dessen Wohnung. Die ist angefüllt mit Kunst.

 

 

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Dez
03

Eliot Weinberger – Vogelgeister

Das schöne Buch von Eliot Weinberger erschien in Berliner Berenberg Verlag
© Berenberg Verlag 2017

 

 

 

 

Eliot Weinberger, Vogelgeister
Aus dem Englischen von Beatrice Faßbender
144 Seiten, Halbleinen, fadengeheftet,
Berenberg Verlag 2017, 22 €.

 

 

 

Die Welt scheint völlig enthemmt und immer weiter beschleunigt einem nihilistischen Materialismus entgegen zu rasen. Da kommt der US-Essayist Eliot Weinberger und erinnert uns an verschollen geglaubte Bücher und untergegangene Welten.

 

 

Eliot Weinbergers neuer Essay-Band Vogelgeister macht es dem Leser nicht ganz leicht. Einige Überschriften der einzelnen Stücke lauten Die Geschichte von Adam und Eva, Die Welt oder Die Toten.

 

 

Die Menschen im Norden sind dumm wie Tiere, leben aber lang.
Die Menschen im Süden reifen früh, sterben aber jung.
Die Menschen im Westen sind Tapfer, aber nicht gütig. Die Männer haben bedauernswerte Gesichter und unförmige Hälse, ihr Gang aber ist würdevoll.
Die Menschen im Osten sind groß und hochgewachsen. Sie erlangen ihr Wissen früh, leben aber nicht lang. Die Menschen in der Mitte sind gewitzt und gleichen Weisen.
(Die Welt – 2. Jahrhundert v. Chr.)

 

 

Der Wolkenbücherschrank – mit diesem schönen Wort betitelt Weinberger die Bibliographie seiner gehobenen Texte. Diese stammen aus vielen Jahrhunderten – wohl der gesamten Menschheitsgeschichte. Dieser Wolkenbücherschrank macht die kunstvollen vorherigen Texte, Stücke, Fragmente erst verständlich. Nun wird dem Leser klar, woher die umgeschriebene Geschichte von Adam und Eva stammt. Eliot Weinberger hat sie sich nicht ausgedacht.

 

 

Es heißt, im Traum wandern die Seelen der Menschen an einem langen, unsichtbaren Seil davon. Haben sie einen schlechten Traum, erzählen die Menschen allen davon. Haben sie einen schönen Traum, behalten sie ihn für sich. (Die Mara)

 

 

Eliot Weinbergers Essays sind selbst solche Traumstücke. Sie holen eine Welt aus den Tiefen des geistigen Ozeans, die uns bislang verschollen schien. Sie fordern uns auf, wieder zu träumen. Wieder Ehrfurcht zu erlangen und unseren Horizont zu öffnen.

 

 


Nov
09

Ultimate Toys for Men

EMPERADOR, Imperiali Genève, Cigar Humidifier
Photo © www. imperiali-geneve.com; www.imperiali-geneve.com
© ULTIMATE TOYS FOR MEN by Michael Brunnbauer, published by teNeues, € 79,90, www.teneues.com

 

 

 

 

Michael Brunnbauer:
Ultimate Toys for Men
256 Seiten mit 170 Farbphotographien
Hardcover
Text: Deutsch, Englisch und Französisch.
teNeues 2017, 79,90 €.

 

 

 

Sie kennen einen Mann, der schon alles hat? Oder einen Gentleman und Connaisseur, der Wert legt auf perfekte Garderobe und auch in seiner Freizeitgestaltung seinen Anspruch nicht verlässt? Dann ist das Buch Ultimate Toys for Men das richtige Geschenk.

 

 

 

Natürlich kann Mann auch mit einem gewöhnlichen Sportboot den Sommer genießen. Ästhetischer ist das allerdings mit einer Riva. Diese heute legendären Boote aus Mahagoni wurden in den 1960er Jahren weltberühmt, als Weltstars wie Sean Connery, Brigitte Bardot oder Elizabeth Taylor mit ihnen an der Côte d‘Azur herumfuhren. Bis in die Gegenwart sind diese italienischen Boote ästhetischer Maßstab für Sportboote.

 

 

 

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Nov
01

Henri Focillon – Lob der Hand

Albrecht Dürer (1471-1528), Studie seiner Hände

 

 

 

Henri Focillon: Lob der Hand
Aus dem Französischen von Gritta Baerlocher.
48 Seiten, Leinen,
L.S.D. Verlag, Göttingen 2017, 12,80 €.

 

 

 

Unsere Hände führen alles aus, was wir tun. Dennoch widmet der Mensch fast ausschließlich seine Aufmerksamkeit den Sinnen. Der L.S.D- Verlag bringt nach 65 Jahren erstmals wieder die furiose kleine Schrift von Henri Focillon Lob der Hand.

 

 

 

»Seht, wie die Hände in Freiheit leben, ohne an ihre Funktion zu denken, ohne sie mit einem Geheimnis zu belasten«, schreibt der französisch-amerikanische Kunsthistoriker Henri Focillon in seinem fulminanten Essay über unsere Hände. Er erschien im Original erstmals 1934 und gilt heute als Beispiel für lebendig erzählte Kulturgeschichte wie klares Denken und eine fulminante Sprache.

 

 

 

Unsere Hände seien »beinahe beseelte Wesen«, liest man da und beginnt unwillkürlich sein bisheriges Verhältnis zu diesen beiden so ungeheuer wichtigen Körperteilen zu überdenken. Aber vielmehr ist es eigentlich die bisherige Ignoranz, die nun infrage gestellt wird. Haben wir unseren Händen zuvor die ihnen gebührende Aufmerksamkeit geschenkt?

 

 

 

Focillon lobt die Hände von Rembrandt, Gaugin und van Eyck. Ihre Hände hätten diesen Künstlern ihren Ausdruck verliehen. Zu Gaugin sagt Focillon: »An den Händen zieht ihn sein Schicksal in jene wilden Gegenden, wo noch die unbewegten Schichten der Jahrhunderte lagern, die Bretagne, Ozeanien.«

 

 

 

Unser Hände seinen weder blind noch stumm, schreibt Focillon und erzählt die Geschichte eines viele Jahre Erblindeten, der seine Hände zu einer derartigen Feinheit ausgebildet hat, dass er mit ihnen beinahe die Augen ersetzen konnte: Seine Hände konnten die feinsten Strukturen ertasten, und so war er in der Lage, sogar Gemälde durch Abtasten zu beschreiben.

 

 

 

Henri Focillon wurde 1881 in Dijon geboren und hatte vielschichtige kulturelle Interessen. Ursprünglich beschäftigte er sich ausschließlich mit der Moderne und wurde 1913 zum Professor für Moderne Geschichte an der Universität von Lyon berufen und gleichzeitig zum Direktor des Musée des Beaux-Arts ernannt. Focillons Dissertation über Piranesi war sehr einflussreich. 1925 wurde er an die Sorbonne berufen als Inhaber des Lehrstuhls für Mittelalterliche Archäologie. Hier prägte er eine ganze Generation von Wissenschaftlern. 1938 wurde er am Collège de France auf den Lehrstuhl für Ästhetik und Kunstgeschichte gewählt und nahm zugleich einen Lehrstuhl in Yale an. 1940 emigrierte er in die USA und wurde an die renommierte Universität von Harvard berufen. Focillon starb 1943 in New Haven, Connecticut.

 

 

 

Programmchef beim L.S.D. Verlag ist übrigens Karl Lagerfeld.

 

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Okt
24

Daniella Midenge – Sex & Cigarettes

Photo © 2017 Daniella Midenge. All rights reserved. www.midenge.com

 

 

 

Daniella Midenge:
Sex & Cigarettes
192 Seiten, Hardcover
52 Farb- und 80 Schwarz-Weiß-Photographien
Text in Englisch. teNeues 2017, € 59,90.

 

 

 

Die schwedische Photo-Künstlerin Daniella Midenge steht vor und hinter der Kamera. Und das auch noch in einem einzigen Buch. Ihr erster Photo-Band Sex & Cigarettes vereint grandiose Aufnahmen erotischer Photographie von ganz eigenem Spirit.

 

 

Daniella Midenge ist Model. Daher weiß sie, wie es ist, vor der Kamera zu stehen und meist mehr erahnen zu müssen als zu wissen, was sich der Photograph genau vorstellt. Als Autodidaktin brachte sie sich selbst das Photographieren bei. Aber das ist noch nicht alles. Bei einigen Aufnahmen verantwortete sie auch das Makeup und das Hairstyling.

 

 

 

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Okt
17

Bruce Springsteen & E Street Band 1975

Bruce Springsteen auf der Bühne
© Barbara Pyle/ Photo aus Bruce Springsteen & The E Street Band 1975

 

 

 

Bruce Springsteen & The E Street Band 1975
Photographs by Barbara Pyle
Englisch, 228 Seiten mit 150 Abbildungen,
Reel Art Press, 50 €.

 

 

 

Barbara Pyle war die einzige Photographin, der Bruce Springsteen 1975 gestattete, die Studio-Aufnahmen seines Albums Born to Run mit der anschließenden Tour zu dokumentieren. Ein sehr gelungener Photo-Band präsentiert nun einige Dutzend ihrer berührenden Aufnahmen.

 

 

Häufig sind es kleine Zufälle, die später erst als grandiose Geschichte verstanden werden. Zu dem Zeitpunkt, wo sie geschehen, ahnt noch niemand von dem Ruhm, den sie später auslösen sollen.

 

 

Die Photographin Barbara  Pyle arbeitete Mitte der 1970er Jahre viel für das Time Magazine. Sie produzierte Photo-Reportagen und hatte in der Redaktion ein Standing. Doch als sie eine Geschichte über Bruce Springsteen und seine Band vorschlug, erntete sie zunächst die Antwort: »Bruce – wer?« Doch Gott sei Dank war sie zum Zeitpunkt des Durchbruchs von Springsteen bereits ein Fan und hatte die Gigs der Band so oft sie konnte besucht.

 

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Okt
12

Kiribati – Eine Inselwelt versinkt im Meer

Illustration von Andrea Angeli
Aus: Kiribati. Eine Inselwelt versinkt im Meer, Sieveking Verlag 2017

 

 

 

Alice Piciocchi (Text) und Andrea Angeli (Illustrationen):
Kiribati. Eine Inselwelt versinkt im Meer
128 Seiten mit 170 Illustrationen
Sieveking Verlag, München 2017, 29 €.

 

 

 

Der Inselstaat Kiribati droht als erstes Land der Welt aufgrund der Klimaveränderung vom Meer verschluckt zu werden. Doch was bedeutet das konkret? Das Künstlerpaar Alice Piciocchi und Andrea Angeli begaben sich auf die weite Reise…

 

 

Allenthalben wird vom Klimawandel geredet. Umweltschützer fordern die Politiker auf, endlich zu handeln und den Ausstoß von gefährlichen »Treibhausgasen« zu vermindern. Doch wie leben die Menschen in dem Staat, der nach Einschätzung von Wissenschaftlern als erster aufgrund der Erhöhung des Meeresspiegels verschwinden wird?

 

 

Das italienische Künstler- und Forscherpaar Alice Piciocchi und Andrea Angeli wollten es wissen und machten sich auf die Reise. Die war exakt 14.768 Kilometer weit. Kiribati wird heute der Inselstaat genannt, der ungefähr in der Mitte zwischen Hawaii und Australien liegt. Dabei verteilen sich die 726 km² Landfläche auf ein riesiges Seegebiet, das von West nach Ost etwa 5.000 Kilometer misst und von Norden nach Süden etwa 2.000 Kilometer (3,5 Millionen Quadratkilometer).

 

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Okt
07

Gianluca Galtrucco – For your Consideration

Gianluca Galtruccos Inszenierungen sind wahr – oder nicht?
© Gianluca Galtrucco/Hatje Cantz 2017

 

 

 

Gianluca Galtrucco
For Your Consideration

Text von Peter Frank, Gestaltung von Julia Wagner, Englisch,
108 Seiten mit 45 großformatigen Farb-Photos auf 170 g Magno Satin,
Hatje Cantz Verlag 2017, 50 €.

 

 

 

Der in Los Angeles lebende Künstler Gianluca Galtrucco bringt uns mit seinen surrealen Photos völlig durcheinander. Ist das nun inszeniert? Oder ist es die Realität?

 

 

Wir leben in einer Welt, in der dem aufmerksamen Beobachter so manchmal der Gedanke durch den Kopf schießt: Das gibt’s nicht. Oder: Das kann doch nicht wahr sein. Der in Los Angeles lebende Italiener Gianluca Galtrucco treibt in seinen Photo-Welten die Illusion Hollywoods auf die Spitze. Bei seinen Bildern weiß der Betrachter nicht mehr, ob es sich um die Realität handelt oder der Künstler eine Scheinwelt erschaffen hat.

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Okt
02

Francois-René de Chateaubriand – Erinnerungen von jenseits des Grabes

François-René de Chateaubriand (1768-1848); Gemälde von Anne Louis Girodet-Trioson

 

 

 

François-René de Chateaubriand, Erinnerungen von jenseits des Grabes.
Aus dem Französischen von Sigrid von Massenbach,
Matthes & Seitz Berlin Verlag 2017, 896 Seiten, Leinen, 38 €.

 

 

Der französische Schriftsteller, Diplomat und Lebemann François-René de Chateaubriand ist in Deutschland vor allem bekannt als Namensgeber eines Rinderfilets. In seinem Heimatland wird er dagegen nach wie vor verehrt als bedeutender Frühromantiker. Bei Matthes & Seitz Berlin erscheint nun die Neuausgabe seiner Erinnerungen von jenseits des Grabes.

 

 

François-René de Chateaubriand (1768-1848) kostete die Höhen und Tiefen, die ein Leben bieten kann, voll aus. Geboren als jüngstes von zehn Kindern einer alten bretonischen Adelsfamilie, wuchs er auf in der Hafenstadt Saint Malo und auf dem nahegelegenen Familiensitz Schloß Combourg. Nach sechsjähriger Studienzeit tritt Chateaubriand in ein Regiment ein, das unweit von Paris stationiert ist. Am 14. Juli 1789 ist er bei der Stürmung der Bastille dabei. Die rohe Gewalt der Revolutionäre stößt ihn ab. In diesen Jahren ist er Gast der bedeutendsten literarischen und gesellschaftlichen Salons von Paris.

 

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