Dez
18

Corrado Hoorweg – Stefan George und Maximin

Maximilian Kronberger (1888-1904)

 

 

 

 

 

Corrado Hoorweg: Stefan George und Maximin
Königshausen & Neumann, Würzburg 2018
130 Seiten, Paperback, 24,80 €.

 

 

 

 

Corrado Hoorweg schildert in seinem Buch Stefan George und Maximin die Begegnung des Dandy-Schriftstellers mit dem 20 Jahre jüngeren Nachwuchsdichter. Ein Zeugnis der tiefen Zerrissenheit der George-Jünger.

 

 

 

An einem Samstagmorgen Anfang 1902 begegnete der junge Maximin zum ersten Mal dem Schriftsteller Stefan George. Maximin stand mit seiner Schwester und deren Freundin vor dem Elternhaus, als besagter Herr auf sie zuschritt. Unvermittelt fragte der ungewöhnliche Herr den Jungen um Erlaubnis, »meinen Kopf, den er sehr interessant finde, abzeichnen zu dürfen«. So jedenfalls schrieb es der Angesprochene anschließend in sein Tagebuch.

 

 

 

Maximilian Kronberger wurde 1888 in Berlin geboren. Sein Vater war ein Geschäftsmann, der sich im Jahr 1900 aus dem Geschäftsleben zurückzog und mit seiner Frau, zwei Töchtern und dem Sohn nach München zog. Der Schüler soll bereits mit zehn Jahren zu Dichten begonnen haben. Kurze Zeit, nachdem er wusste, dass der ihn angesprochene George Dichter ist, zeigte er diesem einige selbst verfasste Gedichte. Sie zeugten bereits von erheblichem Talent und einer für sein Alter ungewöhnlichen Bildung.

 

 

 

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Dez
05

Frank M. Orel – The Porsche Book

Frank M. Orel, Porsche 936/81 (1981).
Dieser Gebrauchtwarenhandel ist nur eine Inszenierung, aber eine mit Hintergrund:
Der 936/81 wurde nach zwei Le Mans Siegen nochmal erfolgreich aktiviert.

Photo © 2018 Fotografie Frank M. Orel. All rights reserved. www.studio-orel.com

 

 

 

 

 

Frank M. Orel: The Porsche Book, Extended Edition
Text von Elmar Brümmer.
29 x 37 Zentimeter, gebunden,
368 Seiten mit 195 Farb- und 11 Schwarz-Weiß-Photographien.
Text in Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch und Chinesisch,
teNeues 2018, 100 €.

 

 

 

Der Mythos der Sportwagen-Marke Porsche wird von vielen Photographen und Photo-Büchern zelebriert. Mit der nun erschienenen erweiterten Ausgabe von Frank. M. Orels The Porsche Book liegt das wohl exzessivste vor.

 

 

 

Könnten Photos Geräusche von sich geben, so würde Frank M. Orels neues The Porsche Book röhren wie ein Rennwagen beim Verlassen der Boxengasse. Bisher schon ein bibliophiler Klassiker unter Porsche-Enthusiasten, ist das riesige Table-Book nun noch einmal um über 60 Seiten erweitert worden.

 

 

 

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Nov
30

Harry Graf Kessler – Das Tagebuch – 1. Band

Mit diesem Tagebuch-Band ist die Edition nach 14 Jahren vollständg.
© Klett-Cotta 2018

 

 

 

 

Harry Graf Kessler: Das Tagebuch 1880-1891
Erster Band des 9-bändigen Gesamt-Tagebuchs 1880-1937
879 Seiten, Leinen mit eingelassenem Titelschild, fadengeheftet, Bildteil, Lesebändchen, im Schuber, Klett-Cotta 2018, 65 €.

 

 

 

Ein unermesslich wertvolles Publikations-Projekt wird am 30. November 2018 abgeschlossen. Mit dem letzten zu veröffentlichenden Band liegt nun das gesamte neunbändige Tagebuch von Harry Graf Kessler vor, das der adlige Diplomat, Verleger, Ästhet und Dandy über 57 Jahre führte. Eine Eloge auf ein publizistisches Mammutwerk.

 

 

 

 

Am 30. September 1887 gesteht Harry Graf Kessler nach über sieben Jahren intensiven Tagebuch-Führens seinem Diarium: »I often think what a fool I am for keeping this diary«. Frustriert notiert der engagierte Schreiber, wen sollte das alles interessieren? Wahrscheinlich wären seine Aufzeichnungen gerade gut genug, um darin Wurst einzuwickeln. Gott sei Dank hat er in doppelter Hinsicht Unrecht behalten. Erstens hat sich seine Frustration offenbar schnell gelegt, denn Kessler schreib unverzüglich weiter. Und zweitens gilt dieses Mammutwerk heute – acht Jahrzehnte nach seinem Tod – als einzigartiges historisches Zeugnis.

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Nov
28

Andy Warhol – Fantastic!

© Steve Schapiro: USA, New York City, 1986, Andy Warhol.

 

 

 

 

 

Im Jahr des 90. Geburtstages von Andy Warhol zeigt die CWC Gallery in der Berliner Galerie-Meile Auguststraße eine außergewöhnliche Schau von mehr als 80 Portraits des Godfathers der Pop-Art von über 20 Photokünstlern.

 

 

Die Ausstellung Fantastic! präsentiert verschiedene Facetten von Andy Warhol-Portraits: Von den berühmten Paparazzi-Schnappschüssen Ron Galellas über Photoinszenierungen von Carl Fischer bis hin zu konzeptuellen Serien von Christopher Makos zeigt die Schau die Vielfältigkeit und Selbstironie des 1987 gestorbenen Andrew Warhola.

 

 

Ein Raum ist angelehnt an Warhols Factory in Silber ausgeschlagen. Dem berühmten US-Photographen Steve Schapiro ist ein eigener Raum gewidmet.

 

 

 

ANDY WARHOL: FANTASTIC!
Ausstellung bis 25. Januar 2019
CWC GALLERY · Auguststraße 11-13 · 10117 Berlin · Deutschland
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag · 10 bis 18 Uhr · Samstag · 11 bis 18 Uhr · Eintritt frei.

 

Nov
19

Mendo – Streets of Paris

Statue at the Trocadéro, 7e Arrondissement
Photo © Chloé Young

 

 

 

 

 

Mendo: Streets of Paris.
224 Seiten mit etwa 200 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen.
Texte in Deutsch, Englisch, Französisch,
teNeues 2018, gebunden, 50 €.

 

 

 

 

Photo-Bücher über Paris sind ein eigenes Genre für Sammler. Wohl kein anderer Ort hat soviele Photographen in ihren Bann gezogen wie die französische Metropole. Wer nun denkt, photographisch sei alles gesagt irrt: Streets of Paris von teNeues und Mendo ist das aktuelle Kompendium der Paris-Photographie.

 

 

 

 

 

Als im Jahr 2011 in den Deichtorhallen Hamburg die grandiose Ausstellung Eyes on Paris – Paris im Fotobuch lief, war das allgemeine Erstaunen groß. Zwar wussten viele Photofreunde, dass es eine Menge Photo-Bücher über Paris gibt. Wie vielfältig und kunsthistorisch bedeutend dieses Buch-Genre aber wirklich ist, machte dieses groß angelegte Schau erstmals deutlich. Ob Robert Doisneau, Lee Miller, Robert Polidori oder Serge Ramelli: Jedem von ihnen gelang es, ikonographische Stadt-Portraits zu schaffen.

 

 

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Nov
13

Christophe Ono-dit-Biot – Die griechische Freundin

„Ich lege mich auf den Sand, er ist angenehm warm. Die Brise trocknet mich, die Natur tut mir gut. Ich kann besser atmen. Meine Bronchien sind frei. Ich denke an nichts. Mein Körper ist braun geworden. Er erwacht.“
Christophe Ono-dit-Biot
Procopius Strand, Naxos September 2018. © DANDY-CLUB 2018

 

 

 

 

 

Christophe Ono-dit-Biot: Die griechische Freundin
Übersetzt von Michael von Killisch-Horn.
240 Seiten, gebunden in Leinen, gedruckt auf Schleipen Fly 115 g.
L.S.D. Verlag im Steidl Verlag, Göttingen 2018, 20 €.

 

 

 

 

 

César will sterben. Der Pariser ist 40, Journalist, Vater eines sechsjährigen Sohnes – und seit Kurzem verwitwet. Der Tod seiner über alles geliebten Frau führt ihn in eine tiefe Depression, der er durch einen Freitod entgehen will. Dass alles komplett anders kommt liegt an der jungen griechischen Nachbarin, die just nach der vierten von zehn Schlaftabletten an der Tür klopft. Christophe Ono-dit-Biots Roman Die griechische Freundin ist dabei vielmehr als ein modernes Märchen: Eine Aufforderung, sich mit den Werten Europas zu beschäftigen. Eine Hommage.

 

 

 

 

 

César ist 40, Vater eines sechsjährigen Sohnes, lebt in Paris und ist erfolgreicher Journalist. Ein Traum eigentlich. Wäre nicht seine von ihm abgöttisch geliebte Frau vor kurzem gestorben. Er ist zutiefst verzweifelt. Selbst sein süßer und kluger kleiner Sohn kann ihn von seinen Depressionen und vom Leid nicht befreien. Das Leben ist für ihn vollkommen sinnlos geworden.

 

 

 

 

Christophe Ono-dit-Biot schildert in den ersten Kapiteln ungeheuer authentisch, wie César leidet. Der Witwer ist ständig den Tränen nahe, zieht sich zurück in seine Wohnung mit den vielen Büchern und meidet jedweden Kontakt. Da kommt seine neue Nachbarin gerade recht. Allerdings im für ihn denkbar unpassendsten Augenblick. Gerade hat er sich in die Küche gesetzt – der Sohn ist bei den Eltern untergebracht -, um in Ruhe die zehn Schlaftabletten, die er sich im Internet bestellt hatte, in Ruhe zu schlucken, da klopft es an seiner Wohnungstür.

 

 

 

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Nov
09

Guillaume Apollinaire – 100. Todestag

Gillaume Apollinaire (1880-1918)

 

 

 

Zum 100. Todestag des französischen Poeten Guillaume Apollinaire findet sich in den Feuilletons der deutschen Zeitungen – nichts.

 

 

Guillaume Apollinaire wurde am 26. August 1880 in Rom geboren als Wilhelm Albert Włodzimierz Apolinary de Wąż-Kostrowicki. Er starb nach einer Kriegsverletzung an der Spanischen Grippe am 9. November 1918 in Paris.

 

 

Zu seinen Lebzeiten war er zwar literarisch produktiv. Sein Durchbruch kam aber erst nach seinem Tod. Seine Lyrik wird heute mit zur bedeutendsten französischen des 20. Jahrhunderts gezählt. Er war mit Picasso befreundet und gehörte zur Pariser Künstler-Bohème vor dem Ersten Weltkrieg.

 

Alles Weitere zu seinem Leben können Sie ja im Netz nachlesen.

 

 

Ein erhaltener Original-Film-Auschnitt:

 

Hier noch ein interessanter Artikel aus der Wochenzeitung Die Zeit von 1969 über Guillaume Apollinaires Poetische Werke/Oeuvres Poétiques.

 

 

 

Nov
07

Led Zeppelin by Led Zeppelin

John Paul Jones, Robert Plant, Jimmy Page, John Bonham – The New Yardbirds (to become Led Zeppelin)
Copenhagen, Sep. 7, 1968 – The first performance ever.
©Jorgen Angel www.angel.dk

 

 

 

 

Led Zeppelin by Led Zeppelin
von Jimmy Page, Robert Plant und John Paul Jones.
Deutsch, gebunden in Leinen mit Goldprägung,
448 Seiten mit über 300 Abbildungen.
Reel Art Press 2018, € 59,95.

 

 

 

 

Led Zeppelin war eine der bedeutendsten Bands in der Geschichte der Rock-Musik. Fans, die von einer Reunion der nur zwölf Jahre bestehenden Gruppe träumten, wurden vor kurzem jäh enttäuscht, als Robert Plant, Ex-Sänger von Led Zeppelin, dem eine Absage erteilte. Aber sie gehen nicht leer aus. Zum 50. Jubiläum der Band-Gründung erscheint ein adäquates Buch: Der Photo-Band Led Zeppelin by Led Zeppelin.

 

 

 

 

»Eine Reunion von Led Zeppelin«, sagte Ex-Sänger Robert Plant in einem Interview »gibt’s höchstens an einer Pommesbude in Camden«. Damit machte er die Wunsch-Vorstellung von Millionen Fans weltweit zunichte, die Band könnte nocheinmal zusammenkommen. Verständlich ist es. Nach dem Tod von John Bonham lösten die übrigen Bandmitglieder Led Zeppelin auf. Es sei ihnen unmöglich, ohne Bonham zu spielen. Der Schlagzeuger war im September 1980 tot im Bett in Pages Haus in Windsor aufgefunden worden. Er war im Schlaf an seinem Erbrochenen erstickt, wohl als Folge übermäßigen Alkoholkonsums. Die verbliebenen Musiker wussten, dass sie nicht mehr besser werden können.

 

 

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Okt
31

Alexander Rubel – Ernst Jünger

Alexander Rubels Studie erschien bei Königshausen & Neumann

 

 

 

 

Alexander Rubel: Die Ordnung der Dinge.
Ernst Jüngers Autorschaft als transzendentale Sinnsuche.
199 Seiten, Paperback, Königshausen & Neumann 2018, 29,80 €.

 

 

 

Alexander Rubel untersucht in seinem Buch Die Ordnung der Dinge »Ernst Jüngers Autorschaft als transzendentale Sinnsuche« – so der Untertitel. Er will nachweisen, dass Jüngers gesamtes Werk von einer religiös-transzendentalen Bewältigung der Erfahrung des Ersten Weltkriegs bestimmt ist.

 

 

 

Seit dem Tod des 1895 geborenen Ernst Jünger im Jahre 1998 hat sich die Sicht auf den Schriftsteller, der beinahe das gesamte 20. Jahrhundert literarisch begleitet hat, grundlegend verändert. Galt er noch vor der Wiedervereinigung in der alten Bundesrepublik als »umstritten«, ist es heute geradezu en vogue, sich mit dem Dichter zu befassen, der zwischen 1922 und 1996 etwa 60 Bücher publizierte. Sein veröffentlichtes Tagebuch gehört zu den längsten der Literaturgeschichte.

 

 

 

Dass der Autor von In Stahlgewittern, der Widerstandsparabel Auf den Marmor-Klippen oder dem bedeutenden Tagebuch des Zweiten Weltkriegs Strahlungen heute zweifellos zum Kanon der besten deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts gehört, verdankt er wohl vor allem Büchern, die seit seinem 100. Geburtstag 1995 in stetig anwachsender Zahl über ihn und sein Werk erscheinen. Neben den beiden umfangreichen Biographien von Helmuth Kiesel und Heimo Schwilk (2007) seien hier exemplarisch als besonders gelungen zu nennen der von Alexander Pschera herausgegebene Sammelband Bunter Staub – Ernst Jünger im Gegenlicht und die Doppelbiographie Brüder unterm Sternenzelt – Friedrich Georg und Ernst Jünger von Jörg Magenau.

 

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Okt
24

Edward Gorey – Das unglückselige Kind

Edward Gorey (1925-2000)
© The Edward Gorey Charitable Trust

 

 

 

 

Edward Gorey: Das unglückselige Kind
Aus dem Englischen von Clemens J. Setz.
64 Seiten mit 30 ganzseitigen Zeichnungen, Halbleinen, Fadenheftung,
Lilienfeld Verlag, Düsseldorf 2018, 15 €.

 

 

 

 

Edward Gorey war ein außergewöhnlicher Zeichner – und Mensch. Der Düsseldorfer Lilienfeld Verlag bringt den im deutschsprachigen Raum kaum bekannten, im angelsächsischen dagegen frenetisch geliebten Künstler in einer losen Folge wunderbarer kleiner Bücher in neuen Übersetzungen heraus.

 

 

 

Das unglückselige Kind heißt das jüngste der bibliophil gestalteten kleinen Bändchen von Edward Gorey, die der Düsseldorfer Lilienfeld Verlag in Deutsch herausbringt. Die Geschichte – bestehend aus 30 ganzseitigen Strichzeichnungen, die jeweils mit einer kurzen Unterzeile versehen sind – ist traurig. Charlotte Sophia ist ein kleines Mädchen, das in wohlhabendem Haus behütet aufwächst und dem dann viel Unglück widerfährt… Edward Gorey ist zu dieser kleinen grausamen Geschichte durch einen Film inspiriert worden.

 

 

 

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