Mai
22

The Importance of Being Morrissey

Morrissey: Nachdenklich und provokativ

 

 

Der britische Musiker Morrissey wurde am 22. Mai 1959 geboren. Er gibt sich gern als Denker und gleichzeitig provokativ.

Einige Infos und die Cover seiner Platten haben wir hier zusammengestellt.

Sehenswert ist die britische Doku ‘The Importance of being Morrissey‘, die in ihrem Titel auf Oscar wilde anspielt, einen anderen Dandy, den Morrissey als seiner großen Vorbilder bezeichnet.


Happy Birthday, Morrissey!

 

 




Mai
17

La broyeuse de chocolat

Die Kunsthalle Marcel Duchamp zu Gast vor der Mathildenhöhe Darmstadt
© Gregor Schuster, Institut Mathildenhöhe Darmstadt 2013

 

 

La broyeuse de chocolat – 1913 appartenant á Marcel Duchamp.

Ausstellung der Kunsthalle Marcel Duchamp auf dem Freigelände vor der Mathildenhöhe Darmstadt bis 3. November 2013.

Katalog hrsg. von Caroline Bachmann, Stefan Banz und Ralf Beil, Verlag für Moderne Kunst, Nürnberg 2013, 306 Seiten, geb. in braunes Leinen, 20 Euro.

 

Hier treffen gleich mehrere Kunst-Highlights zusammen: 1. Das kleinste Museum der Welt zu Gast auf der renommierten Mathildenhöhe Darmstadt und damit zum ersten Mal an anderem Ort (2.), präsentiert 3. aus Anlass des 100. Geburtstags von Marcel Duchamps (4.) Bild Broyeuse de chocolat n°1 (Schokoladenreibe Nr. 1) die gleichnamige Themenausstellung. Die Ausstellung wird – 5. – begleitet von einem wundervollen Katalog.

Nun der Reihe nach.

Die Kunsthalle Marcel Duchamp ist das kleinste Museum der Welt. Allein aus diesem Grund wäre sie schon sehenswert genug. Darüber hinaus atmet sie den Geist von Marcel Duchamp, dem sie gewidmet ist. Auf den ersten Blick erinnert sie an ein Vogelhäuschen: Ein Metallkasten mit einem Raum von einem halben Kubikmeter, mit mehreren Sehschlitzen, also Einblick-Möglichkeiten. Dieser Kasten steht auf einem knapp einen Meter hohen Pfosten.


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Mai
16

Andy Warhol – Photographien in Zürich

Andy Warhol, Paparazzi 1987, Unikat
© Courtesy of The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts

 

 

Photographien von Andy Warhol präsentiert die Züricher Gallery focus21 ab 16. Mai 2013. Die Unikate aus den Jahren 1976 bis 1987 sind Leihgaben des Fine Art Invest Fund.

Das Medium der Photographie wird im Gesamtwerk von Andy Warhol zunehmend entdeckt, liegen doch den meisten seiner Werke Photos zugrunde. Der Pop-Art-Künstler ironisierte damit die gesamte Kunst. Er intendierte seinen Werken jedweden Mangel an künstlerischer Ambition oder Kreativität. Deshalb verwandte er bewusst Photos aus Zeitungen: Sie stammten weder von ihm selbst noch hatten sie irgendeinen kreativen Spirit. Alles sei oberflächlich und flüchtig. Den ‚american way od life‘ persiflierte Andy Warhol insbesondere in Unfällen, Vebrechen und einem im Nihilismus erstarrten Konsum.

 

Andy Warhol – Photographs
16. Mai – 16. August 2013
Eröffnung: Donnerstag, 16. Mai, 18 Uhr.

Einführung: Prof. Klaus Honnef
Kurator: Thomas Zander
gallery focus21
Beethovenstr. 20, CH-8002 Zürich
T +41 43-8176210
www.focus21.ch
Mi-Fr 10-18 Uhr u.n.V.

 

Mai
14

Ulvis Alberts – Pokerface. Celebrities. Icebox.

© Ulvis Alberts, Beatles aus der Serie Celebrities

 

 

Die Galerie STP in Greifswald zeigt frühe Photographien von Ulvis Alberts. In den 1960er Jahren bekam er Musiklegenden wie Bob Dylan, Jimi Hendrix oder Jerry Garcia vor die Kamera. Die in Seattle entstandenen Aufnahmen machten ihn weltbekannt. In den 1970ern machte Alberts teils skurrile Aufnahmen von den Pokerweltmeisterschafte in Las Vegas.


Die Serie Icebox gibt einen privaten Einblick in die Welt der Stars der 1980er Jahre.

Ab Juli 2013 wird die Ausstellung in Zingst zu sehen sein.


Galerie STP
Lange Str. 21, 17489 Greifswald
+49 (0)3834 899 448
www.galerie-stp.de
Di – Fr 13-18 Uhr, Sa 11-15 Uhr
Galerie STP

 

 

Mai
13

Gary Cooper – Hollywoods first Gentleman

Lucky Strike-Werbung mit Gary Cooper

 


Zum 52. Todestag erinnert der DANDY-CLUB an den US-Schauspieler Gary Cooper (7. Mai 1901 – 13. Mai 1961).

Gary Cooper war über Jahrzehnte einer der bedeutndesten männlichen Hollywood-Stars. Er repräsentiert noch heute das Vorbild des bestgekleideten amerikanischen Gentleman.


Hier ein Trailer zu dem legendären Western 12 Uhr Mittags:

 




Mai
12

Stuart Franklin – Narcissus

Stuart Franklin, Dark Cloth I, 2011
© Stuart Franklin/ Magnum Photos 2011

 

 

Stuart Franklin, Narcissus. Hrsg. Magnum Photos, Englisch, 152 Seiten, 90 Abbildungen in Schwarz-Weiß auf Photopapier Hello Fat Matt, 150 g, Hatje Cantz 2013, 39,80 Euro.

 

1989 erstickte die chinesische Führung den demokratischen Aufruhr mit Militär-Gewalt. Ein Photo ging als Emblem des Massakers am Tian’anmen Platz um die Welt. Ein Demonstrant riskiert sein Leben und stoppt mit dem Einsatz seines Körpers eine ganze Armada von Panzern. Der Photograph: Stuart Franklin.


Der 1956 in London geborene Photograph reiste viele Jahre um die ganze Welt, um als Korrespondent für bedeutende Agenturen Bilder von den aktuellen Schauplätzen zu liefern. Doch dann vermochte ein Ort, ihn festzuhalten.

Im Jahr 2009 führte ihn das Nordic Light International Festival of Photography nach Norwegen, in dessen Rahmen der renommierte Photo-Reporter eine Ausstellung palästinensischer Kollegen kuratierte. Sein Reise-Betreuer zeigte ihm die Umgebung. Stuart Franklin verliebte sich in die Landschaft und ihre Einsamkeit. So kaufte er sich auf der Insel Otrøya an der Westküste eine Hütte. Hier sollte er in den nächsten drei Jahren viel Zeit verbringen.

In dem sehr persönlichen Nachwort des daraus entstandenen Photo-Bandes Narcissus schildert Franklin, was diese Landschaft, die Natur und ihre Stille mit ihm gemacht haben. Es sei, schreibt der weitgereiste Photograph, als habe ihm diese Gegend nach seinen anstrengenden Jahren als Präsident von Magnum Photos etwas gegeben, was er zuerst gar nicht bewusst vermisst hätte: Den Raum und damit die Zeit nachzudenken. Dazu beigetragen hätten auch die Menschen mit ihrer besonderen Art: »Despite not speaking the language, I found a generosity of spirit in the people I met and a positive feeling about just about everything«, beschreibt er sein Gefühl in Norwegen.

 

 

Stuart Franklin, Stela I, 2010
© Stuart Franklin/ Magnum Photos 2010

 

 

 

Der bibliophile Photo-Band bringt eine Auswahl seiner Eindrücke an diesem Fleck der Welt. Sie sind völlig subjektiv und vermögen so, das was der Engländer fühlt, zu verdeutlichen. Es sind die Fjörde, Eis und Schnee und die scheinbare Endlosigkeit dieser Landschaft, die als erstes dem Betrachter auffallen. Dabei sind keineswegs nur die großen Flächen in dem wohlgestalteten Buch vertreten. Das Verständnis der Welt erfolgt ja auch über die mikro-kosmische Betrachtung: So finden wir Wurzeln, Baumrinde oder auch den spärlich gedeckten Tisch mit einem Brotlaib und einer Flasche, die die Atmosphäre des Hierseins festhalten.


Franklin, der seit 1990 mehr als 20 Reportagen für National Geographic geschaffen hat, schenkt uns mit diesem wunderbar ruhigen Buch einen Einblick in sein Refugium, in den von ihm so geschätzten Ort der Kontemplation und geistigen Sammlung. Die sensitiven Schwarz-Weiß-Photos laden ein zu einer Reise an einen Ort, der für einen bedeutenden Magnum-Photographen zu seinem persönlichen Paradies geworden ist.




Mai
10

Henry van de Veldes Universalmuseum für Erfurt

Modellnachbau des Universalmuseums von Henry van de Velde.
Ansicht von Osten mit Eingangsportal, 2012 im Maßstab 1:100.
© Photo: Bildarchiv Angermuseum Erfurt/ Dirk Urban

 

 

Die Stadt Erfurt war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Ort ambitionierter Kunst-Schau: Gleich mehrere Architekten waren an den Planungen für einen Museums-Neubau beteiligt, der eine  – aus heutiger Sicht – sehr moderne und weitsichtige Sammlung beherbergen sollte.

Eine Sonderausstellung in Erfurt zeigt nun noch bis zum 8. September 2013 aus Anlass des 150. Geburtstages von Henry van de Velde das verlorene Modell seines ‚Universalmuseums‘ in zwei Varianten. Die Schau vermittelt einen umfassenden Einblick in die Planungen unter den verschiedenen Direktoren und die Bemühungen der Stadt, ein Kunst-Ort ersten Ranges zu werden. Durch die konsequente Öffnung des Angermuseums für die Moderne Kunst erarbeitete sich das Haus den Ruf als eines der progressivsten Museen der damaligen Zeit. 1937 beendeten die Nationalsozialisten dies mit ihrem gewaltsamen Vorgehen gegen die so genannte ‚Entartete Kunst‘. Über 1.000 Kunstwerke wurden entfernt.

 

www.vandevelde2013.de

Angermuseum
Anger 18
99084 Erfurt
Telephon: (0361) 65 51 65-1
Fax: (0361) 65 51 65-9
angermuseum@erfurt.de

www.angermuseum.de

Mai
09

‘Once upon a time…’ by Karl Lagerfeld

Ein grandioser Kurzfilm von Karl Lagerfeld über die Eröffnung der ersten Chanel-Boutique
© Chanel/ Karl Lagerfeld 2013

 

 

‘Once upon a time…’ ist ein sehr ästhetischer Kurzfilm von Karl Lagerfeld über die Eröffnung der ersten Chanel-Boutique vor 100 Jahren. Auch die großartige Marchesa Luisa Casati hat einen kurzen Gastauftritt…

 





Mai
07

Gunter Sachs’ Todestag

Filmstill aus der SWR-Doku über Gunter Sachs
© SWR 2013

 

 

Der DANDY-CLUB erinnert am zweiten Jahrestag des Todes von Gunter Sachs an den Photographen, Kunst-Sammler, Mäzen und Erben, der seinen Tod freiwillig gewählt hat.

Der SWR produzirte eine sehenswerte Dokumentation, die 2013 zum ersten Mal gesendet worden ist:

 




Mai
06

Zerrissene Fäden – Die Zerstörung der jüdischen Modeindustrie in Deutschland

Roberta Kremers lesenswertes Buch über die Zerstörung der jüdischen Modeindustrie in Deutschland und Österreich mit einer Titelvignette von Karl Lagerfeld
© Steidl Verlag/ Karl Lagerfeld 2013

 

 

Roberta S. Kremer (Hg.), Zerrissene Fäde. Die Zerstörung der jüdischen Modeindustrie in Deutschland und Österreich, 198 Seiten, gebunden in Leinen, mit einer Titelvignette von Karl Lagerfeld, Steidl Verlag, Göttingen 2013, 18 Euro.

 

Die Nationalsozialisten machten kurzen Prozess: Aus heutiger Perspektive ist erstaunlich und gespenstisch zugleich, in welch rasender Geschwindigkeit die Beamtenschaft, Institutionen, Hochschulen und andere wichtige Teile der Gesellschaft von jüdischen Mitgliedern getrennt wurden. Vor kurzem erst erregte eine Studie für Aufsehen, die belegte wie radikal das Auswärtige Amt Juden aus seinen Reihen entfernte. Dass diese so genannte ‚Arisierung‘ auch in der deutschen und österreichischen Bekleidungsindustrie stattfand, ist heute nicht allgemein bekannt.

Das Buch Zerrissene Fäden geht zurück auf ein Ausstellungsprojekt, das im Jahr 1999 in Vancouver stattfand. »Broken Threads: From Aryanization to Cultural Loss – The Destruction of the Jewish Fashion Industry in Germany and Austria« versuchte einen neuen Ansatz, um Menschen zu erreichen: Der ästhetischen und teils luxuriösen Mode aus jüdischen Händen wurden Bilder der barbarischen Verfolgung und Zerstörung gegenübergestellt. Photos der Haute Couture aus den 1920er Jahren gegenüber breitbeinigen SA-Männern vor geplünderten und demolierten Geschäften.

In der deutschen Mode-Industrie zu Beginn des 20. Jahrhunderts trafen einige Faktoren zusammen, die sie für die Nazis mit ihren Minderwertigkeitskomplexen zum Dorn im Auge werden ließ: Jüdische Familien hatten sich über viele Generationen erhebliche Reputation erarbeitet. Die opulenten Kaufhäuser wie Tietz oder Wertheim zeugten von Stil und Geschmack. Die architektonischen Würfe von Erich Mendelsohn, der in den 1920er Jahren die großen Warenhäuser für die Schocken-Kette baute, sind noch heute Sinnbilder für eine gelungene Verbindung von Gewinnorientierung und Schönem. Als Vorwand der nationalsozialistischen Zerstörungen und Enteignungen diente das Bestreben, den kleinen Einzelhandel zu fördern und eine zunehmende Konzentration im Handel zu unterbinden.

Dabei war der Erfolg der jüdischen Kaufleute weder über Nacht entstanden noch zufällig. Beispielhaft ist der Werdegang der Berliner Familie Israel. Im Jahr 1741 erhielt Jacob Israel mit seiner Familie von Friedrich dem Großen das Recht verliehen, in Berlin zu leben. Ein Vierteljahrhundert lang verkaufte er in einer Art offenem Marktstand gebrauchte Kleidung. Irgendwann hatte er genug Geld zusammen, um ein Haus zu erwerben und sein Geschäft zu saturieren. 1815 konnte sich sein Enkel Nathan die liberalisierten Wirtschaftsgesetze zunutze machen und nun auch neue Kleidung und Stoffe offerieren. Zu Anfang der 1930er Jahre war Israel eines der größten Berliner Kaufhäuser mit Ladenverkauf und Versandhandel. Wie stark die Mode-Industrie jüdisch dominiert war, zeigen die folgenden Zahlen: 80 Prozent der Kaufhäuser und Filialbetriebe im Vorkriegs-Deutschland befanden sich in jüdischem Besitz, ebenso 40 Prozent der Großhandels-Textil-Unternehmen.

Von all dem ist heute nichts mehr übrig. Von dieser vernichteten Kultur ahnen die wenigsten überhaupt. Zuerst wurden die Besitzer enteignet, verfolgt und ermordet. Dann kamen die alliierten Bomber und zerstörten die Warenhäuser. Mit einem halben Dutzend Aufsätzen erinnert der Band an eine untergegangene Epoche. Mitten im Herzen von Europa.  Eine Plünderung und Zerstörung von ungeheurem Ausmaß. Von Menschen Menschen angetan, weil sie Juden waren. Und die meisten schauten zu.

Ein Manko des bibliophil gestalteten Bandes ist das Lektorat: Die Übersetzung wirkt teils amerikanisch, Worte sind falsch und manches hätte für den deutschen Sprachraum angepasst werden müssen. Darüber hinweg trösten die vielen optischen Zugaben, die ein Bild vermitteln der Noblesse der Modewelt vor dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland und Österreich.




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