Mai
19

Harf Zimmermann – Hufelandstraße. 1055 Berlin

© Harf Zimmermann, Frau Baehr, ihre Tochter mit Lebensgefährten und Kind am 7. Oktober 1987

 

 

 

Harf Zimmermann – Hufelandstraße. 1055 Berlin.
Ausstellung in der C/O Berlin Foundation
29.04. – 02.07.2017
Photobuch bei Steidl, 152 Seiten mit 95 Abbildungen, gebunden in Leinen, 34 Euro.

 

 

»Die Straße ist schöner als erwartet, aber auch fremder. Sie liegt im alten Osten – doch der ist aus ihr gewichen«, schreibt der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck in seinem Vorwort zu dem Photobuch Hufelandstraße von Harf Zimmermann.

 

Die Hufelandstraße im ostberliner Prenzlauer Berg galt zu DDR-Zeiten als der Kurfürstendamm des Ostens. Geräumige Altbauten und selbständige Läden, die die DDR vergessen hatte zu enteignen. Das Regime konzentrierte sich auf die großangelegten Neubauviertel am Rande Ostberlins. Für die Sanierung der alten Häuser fehlte das Geld. Oder es sollte fehlen, weil die bürgerliche Architektur gern verfallen sollte.

 

Die Hufelandstraße ist nur knapp einen Kilometer lang. 49 prächtige Häuser aus der Gründerzeit stehen hier, altes Kopfsteinpflaster, stattliche Linden und breite Bürgersteige. Nach der Wende entstand ein Neubau.

 

© Harf Zimmermann, Hufelandstraße, Ecke Bötzowstraße, Januar 1987

 


Mitte der 1980er Jahre zieht der Photograph Harf Zimmermann mit einer alten Großformatkamera los, um die Bewohner seiner Nachbarschaft und ihre Wohnungen zu portraitieren. Ein ganzes Jahr lang zieht er von Haus zu Haus und sammelt so Material für seine Diplomarbeit als Meisterschüler von Arno Fischer an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

 

Nach durchgreifender Gentrifizierung wird so dieses emphatische Photoprojekt zu einem ungeheuer wertvollen Dokument des Lebens in Prenzlauer Berg bis in die 1990er Jahre, bevor der fast vollständige Bevölkerungsaustausch stattfand.

 

Die Ausstellung in der C/O Berlin Foundation wird begleitet durch ein ästhetisches Buch aus dem Steidl Verlag, in dem sich knapp 100 Photos der Serie finden. Harf Zimmermann erläutert im Nachwort sein Projekt. Gebunden in Leinen, mit einem eingesetzten Cover-Photo, bietet es Steidl zum jovialen Preis an.

 

C/O Berlin Foundation. Amerika Haus. Hardenbergstraße 22–24. 10623 Berlin.
Tel +49.30.284.44 16-62.  E-Mail: info@co-berlin.org. www.co-berlin.org.
Geöffnet täglich 11 – 20.00 Uhr.

 

Zum Buch geht’s hier.

 

Mai
13

Jean-Baptiste Huynh – Nude and Nature

© Jean-Baptiste Huynh, Nus – Nu 119 – L’Origine du Monde ,
2015

 

 

Die Berliner Photogalerie Camera Work zeigt ab 13. Mai 2017 eine Einzelausstellung des Photokünstlers Jean Baptiste Huynh. Unter dem Titel Nude & Nature werden Akte, Stilleben und Portraits gezeigt und zum Kauf angeboten.

 

Huynhs Œuvre, das auch im Pariser Louvre aufgenommen wurde,  zeichnet sich aus durch eine sublime Formensprache, in der Licht und Schatten dem menschlichen Körper, Teilen des Gesichts oder der Hand spezifische Aufmerksamkeit zuweisen.

 

In der Schau werden Werke aus bekannten Serien ergänzt durch bislang unveröffentlichte Photos.

 

Ausstellung vom 13. Mai bis 8. Juli 2017
CAMERA WORK Kantstraße 149, 10623 Berlin
www.camerawork.de
Öffnungszeiten Di–Sa 11–18 Uhr. Eintritt frei.

 

 

Apr
28

William Klein. Photographs & Films

William Klein, Gun 1, Amsterdam Avenue, New York 1954,
painted contact 2001

© William Klein

 

 

William Klein. Photographs & Films.
Ausstellung in der C/O Berlin Foundation
vom 29.04. bis 02.07.2017

 

 

C/O Berlin widmet dem 1928 in New York geborenen Photographen und Filmemacher William Klein eine umfassende Retrospektive. In den rund 300 Exponaten läßt sich das riesige Œuvre nachvollziehen, das der experimentierfreudige Künstler über 60 Jahre schuf.

 

Die groß angelegte Ausstellung, die nur am Berliner Bahnhof Zoo zu sehen sein wird, präsentiert Tableaus, Vintageprints, Kontaktbögen, Bücher, Magazine und Filme.

 

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Apr
24

The Odessey – The Zombies in Words and Images

Das legendäre Cover der legendären Platte mit dem Schreibfehler
ist nun auch das Cover des Buches
© www.reelartpress.com/BMG Books

 

 

The Odessey, The Zombies in Words and Images.
Mit einem Vorwort von Tom Petty.
Englisch, gebunden, 152 Seiten mit 106 Abbildungen,
Reel Art Press/BMG Books, London 2017, 29,99 €.

 

 

 

Das Album Odessey and Oracle von The Zombies hat Musikgeschichte geschrieben. Zum 50jährigen Jubiläum der Aufnahmen hat die Band unter Mithilfe vieler berühmter Musikerkollegen ein Buch komponiert, das eine Reise in die 60er Jahre ermöglicht.

 


Bands haben ihr Schicksal – wie Menschen. Die Flower-Power-Combo The Zombies war musikalisch nicht wirklich zu spät. Aber die Jungs saßen mit ihrem Sound irgendwie zwischen den Stühlen. Schaut man in die Listen der besten Platten der Rockgeschichte, so versteht man im Rückblick, warum der große Erfolg ausblieb. Die Beatles starteten Anfang der 1960er. Das Jahr 1966 stellte einen Höhepunkt dar: Die Beatles brachten eines ihrer besten Alben, Revolver, die Rolling Stones zwei Jahre nach ihrem Debut das grandiose Aftermath und die Beach Boys veröffentlichten mit Pet Sounds eine der besten Platten der Popgeschichte – bis heute.

 

 

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Apr
11

Ernst Jünger – Späte Rache

Späte Rache: Der kleine Band fasst drei Erzählungen Ernst Jüngers zusammen
© Klett-Cotta 2017

 

 

 

Ernst Jünger, Späte Rache. Erzählungen.
Mit einem Essay von Thomas Hettche,
125 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag; Klett-Cotta 2017.

 

 

Drei Schulwege, Die Eberjagd und Besuch auf Godenholm: Drei Erzählungen Ernst Jüngers, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf den ersten Blick jedenfalls. Klett-Cotta bringt sie nun in einem Buch zusammen mit einem fulminanten Essay von Thomas Hettche (Pfaueninsel).


Wolfram ist ein sensibler Junge. Für ihn ist der zwangsweise Schulbesuch die erste schlimme existentielle Erfahrung. Manche Lehrer hassen ihn, andere verachten ihn nur. Mit seinen Mitschülern hat er nichts am Hut. Denn er ist anders. Viel lieber, als sich auf den Unterricht zu konzentrieren, hängt er seinen Tagträumen nach oder sortiert seine Steine, die er sammelt. Das einzige, was am Schulbesuch gut ist, ist der Weg dorthin mit den Vögeln und dem Himmel, überhaupt der Natur.

 

Dabei ist der Junge keineswegs dumm. Interessieren ihn Dinge, so lernt er sie rasch. Aber ein guter Schüler ist eben derjenige, der das Beigebrachte auf Befehl abspulen kann. Intelligent muß man dafür nicht sein.

 

Diese tiefe Leidenserfahrung, die zugleich eine Erfahrung von Einsamkeit, Einzelgängertum und Scheitern ist, ist autobiographisch. Jünger war ein schlechter Schüler. Bekannt ist, daß er unter der Schule zutiefst litt. Dem setzte er ein Ende durch die Flucht zuerst in die Fremdenlegion und dann in den Ersten Weltkrieg. Die Erzählung beendet Ernst Jünger im Juli 1991 – also als 96-Jähriger. Sie ist erst posthum veröffentlich worden, erstmals im letzten Band der Werkausgabe. Der Autor machte sich anscheinend einen Spaß daraus, sich nach langer Zeit an seinen Lehrern zu rächen. Denn er stellte dem Titel der Erzählung Drei Schulwege die Buchstaben voran »Sp. R.«. In dem Supplement-Band der Sämtlichen Werke berichtet Liselotte Jünger, ihr Mann habe während seiner Arbeit an der Geschichte Besuchern die Frage gestellt, wie die Abkürzung aufzulösen sei. Da er aber keinen Hinweis auf den Inhalt gegeben habe, hätte auch niemand eine Antwort gewußt. Sie steht für »Späte Rache«.

 

Der nun veröffentlichte schmale Band, der diesen Titel trägt, beinhaltet noch die zwei weiteren Erzählungen Die Eberjagd und Besuch auf Godenholm. Letztgenannte Geschichte erschien erstmals 1952 in einem selbständigen Büchlein. Die Geschichte basiert auf Jüngers kurz zuvor begonnenen intensiven Experimenten mit LSD. Einige Jahre vorher hatte Jünger Kontakt aufgenommen zu Albert Hofmann, dem Entdecker der Droge, und zusammen mit ihm und einem Arzt begleitete LSD-Sitzungen durchgeführt.

 

In Besuch auf Godenholm spricht Jünger nicht explizit von Drogenkonsum zur Bewußtseinserweiterung. Dennoch ist dieser Hintergrund offensichtlich. Erst in dem späteren Buch Annäherungen – Drogen und Rausch, das 1970 erschien, traute er sich, offener von eigenen Drogenerfahrungen zu berichten.

 

Thomas Hettche steuert dem Buch einen fulminanten Essay bei, in dem er die drei Erzählungen Jüngers als gelungene Beispiele realistischer Literatur einordnet: »Nicht das, was wir durch sie an Tatsachen erfahren, macht realistische Literatur aus, sondern jene pulsierende Lebendigkeit, in der die Realität der Fiktion zugleich behauptet und transzendiert und die Erzählwelt Tatsache und Modell zugleich wird.«

© Matthias Pierre Lubinsky 2017

 

 

 

 

 

 



Apr
06

Louis Faurer in Granada

Louis Faurer, Champion, New York, 1950
© Louis Faurer Estate; Book published by Steidl 2016

 

 

Louis Faurer

Ausstellung:
Centro José Guerrero, Granada, Spanien,
6. April – 25. Juni 2017.
Buch:
Steidl Verlag,
208 Seiten mit 100 Photos auf Seidenmatt-Photopapier,
geb. in feinem Leinen, 38 €.

 

 

Der US-amerikanische Fotograf Louis Faurer ist einer der Begründer der Street-Art-Photography. Im vergangenen Jahr wurde er in Paris mit einer großen Retrospektive geehrt. Wer diese sehenswerte Ausstellung versäumt hat, kann sich mit dem schönen Katalogbuch aus dem Steidl Verlag trösten.


Louis Faurer (1916-2001) ist selbst unter Photofreunden kaum bekannt. Dabei hat er es verdient. Zwei Stilrichtungen machen sein Œuvre aus. Zum einen die spontan entstandenen Momentaufnahmen von den Straßen Philadelphias und New Yorks. Zum anderen die Modephotographie.

 

Der berühmte Photopionier Edward Steichen zeigte Arbeiten von Louis Faurer ab Ende der 1940er Jahre in mehreren Ausstellungen im Museum of Modern Art in New York. Im Jahr 1955 nahm er Photos von Faurer in seine Schau The Family of Man auf, die zu einem Meilenstein in der Geschichte der Photographie werden sollte.

 

 

Louis Faurer, Union Square from Ohrbach’s Window,
New York, ca 1948-1950
© Louis Faurer Estate; Book published by Steidl 2016

 

 

Wegbegleiter und Verehrer waren so berühmte Kollegen wie Robert Frank und William Eggleston.

 

Louis Faurers Straßenszenen sind von subtiler Melancholie. Sie zeigen die Amerikaner im Alltag. Wirken manche Situationen auch komisch, so hat der Photograph die Menschen niemals entblößt.

 

Das wohlfeil gestaltete Katalogbuch gehört in jede Photobuch-Sammlung, ist es doch das erste Photobuch über Louis Faurer seit 15 Jahren. Auf schwerem samtmattem Photopapier werden etwa 100 berührende und betörende Arbeiten des Photographen gezeigt, der, nachdem er 1984 von einem Auto erfaßt wurde als er einem Bus hinterherrannte, nie wieder zur Kamera griff.

 

Aufnahmen von Louis Faurer sind in Deutschland erhältlich in der Berliner Galerie Camera Work.

 

 

Hier geht’s zum Buch.

 




Apr
01

Werner Spies – Picasso im Taschenformat

Ein bibliophiler Genuß: Für die Tasche geeignet
ist die neue Minibibliothek des Piet Meyer Verlages
© Piet Meyer Verlag 2016

 

 

Werner Spies, Picasso
zwischen Beichtstuhl und Bordell.
Mit einem Geburtstagsbrief des Verlegers.
56 Seiten, gebunden, 8 x 15 Zentimeter,
Piet Meyer Verlag 2017, 10 €.

 

 

Werner Spies, Kurator, Kunstkritiker und Autor mit internationalem Renommee, wird am 1. April 2017 runde 80 Jahre alt. Der schweizer Piet Meyer Verlag gratuliert dem Kunstkenner mit einem wirklich kleinen Buch: Picasso zwischen Beichtstuhl und Bordell.


Werner Spies betrachtet den Entwurf zu einem Beichtstuhl von dem französischen Architekten Maurice Boille (1883-1966). Boille hat die detaillierte Zeichnung 1907 bei einem Wettbewerb in Paris eingereicht. Dass dieser Beichtstuhl niemals errichtet wurde, leuchtet ein: Er ist in seiner Gestaltung mit unzähligen Verzierungen nicht nur aufwendig, – sondern durchaus ungewöhnlich.

 

Werner Spies erinnert der Beichtstuhl an Zeichnungen von Gustave Doré zu Balzacs Die dreißig tolldreisten Geschichten, die erstmals 1855 in Buchform erschienen. Wunderbar zu lesen ist, wie hier ein wahrhafter Kunstkenner Bezüge zu verschiedensten Künstlern, Epochen und Gattungen herstellt. Dabei verfällt seine Sprache niemals in einen Ton der Belehrung oder Wissenschaftlichkeit.

 

Schließlich entstand 1907 auch ein anderes später als bedeutend eingestuftes Kunstwerk: Picassos Demoiselles d’Avignon, zu dem Werner Spies eine Verbindung herstellt.

 

Der Verleger Piet Piet Meyer gratuliert dem von ihm geschätzten Jubilar in dem kleinen Bändchen mit einem Geburtstagsbrief eines Verlegers, in dem er einige von Werner Spies kuratierte Ausstellungen und bedeutende Kunstbücher vorstellt.

 

Das Büchlein mißt gerade 8 mal 15 Zentimeter und ist dennoch bibliophil. Der Verlag verzichtete weder auf einen gebundenen Einband noch auf die Beigabe einer ganzen Reihe ansehnlicher Bildbeispiele.

 

Ein Geschenk für jeden Kunstliebhaber, Picasso-Fan, Büchersammler, Connaisseur &C. &C. Aber Achtung: Sollte man dies Büchlein als Mitbringsel für jemand anderen nur einmal kaufen, wird man schnell bereuen, es sich nicht auch selbst geschenkt zu haben. Aber dann ist die erste Auflage womöglich schon vergriffen.

© Matthias Pierre Lubinsky 2017

 




Mrz
07

Fred Herzog – Modern Color

Fred Herzog, Main Barber, 1968
© Fred Herzog und Equinox Gallery

 

 

Fred Herzog, Modern Color
Texte von David Campany, Hans-Michael Koetzle, Jeff Wall.
Deutsch, Englisch, 320 Seiten mit 264 Abbildungen auf Magno Satin 150g., Hatje Cantz Verlag 2016, gebunden, 38 €.

 

 

Der deutsche Auswanderer Fred Herzog dokumentierte seine neue Heimatstadt Vancouver über fast 30 Jahre in 100.000 Photos. Nun würdigt erstmals eine umfangreiche Photo-Monographie diesen Photo-Pionier und sein einzigartiges Werk.


Der Eingewanderte. Fred Herzog wurde 1930 geboren als Ulrich Herzog in der Nähe von Stuttgart. 1941 starb seine Mutter, 1946 der aus dem Krieg verwundet heimgekehrte Vater. Stuttgart war von alliierten Bomberflotten dem Erdboden gleichgemacht worden. Vielleicht war es diese tiefe Entwurzelung, die den jungen Mann 1952 nach Kanada auswandern ließ.

 

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Feb
24

Rankin

© Rankin, Death Spikes, 2013

 

 

Rankin
Ausstellung in der CWC Gallery
25. Februar bis 1. April 2017
Auguststraße 11–13. 10117 Berlin
Dienstag – Freitag 10 – 18 Uhr.

 

Ab morgen zeigt die CWC Gallery in der Berliner Auguststraße eine Einzelausstellung von Rankin. Noch bis 1. April 2017 sind in der ehemaligen Jüdischen Mädchenschule über 50 Werke des Photokünstlers zu sehen.

 

Mit seiner Kreativität und dem Mut, bisherige Seh-Gewohnheiten zu erweitern, avancierte Rankin in den 1990er Jahren zu einem Ideengeber der Fashion-Photographie.

 

1992 gründete Rankin zusammen mit Jefferson Hack das Magazin Dazed & Confused, das unter Kreativen rasch einen hervorragenden Ruf als Ideengeber genoß. Rankin schuf bahnbrechende Kampagnen für globale Labels wie Nike oder Swatch. Er photographierte Cover für internationale Magazine wie Elle, Vogue, Esquire oder Rolling Stone.

 

Rankins Portraits von David Bowie, Kate Moss oder Gisele Bündchen zeigen ein ungewohntes Gesicht des ikonographischen Stars.

 

 



Feb
21

Ernst Ludwig Kirchner im Kunsthaus Zürich

© Ernst Ludwig Kirchner, Strasse am Stadtpark Schöneberg, 1912/13
Milwaukee Art Museum, Gift of Mrs. Harry Lynde Bradley

 

 

 

Ernst Ludwig Kirchner, Großstadtrausch/Naturidyll
Die Berliner Jahre
Ausstellung Kunsthaus Zürich
bis 7. Mai 2017.
Katalogbuch im Hirmer Verlag
272 Seiten mit 233 Abbildungen, geb., 2017, 49,90 € (D.).

 

 

Ernst Ludwig Kirchners Bilder vom pulsierenden Berlin der Jahre 1911 bis 1917 dienen heute als ikonographische Versinnbildlichungen der rasenden Metropole der sogenannten Goldenen Zwanziger. Eine umfangreiche Ausstellung im Kunsthaus Zürich bettet diese Schaffensperiode eines der bedeutendsten deutschen Expressionisten nun in das Œuvre ein.


Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) siedelte im Oktober 1911 von Dresden nach Berlin über. Zum einen war ihm das Leben im Sächsischen wohl zu langweilig. Zum anderen versprach sich der bislang erfolglose Künstler von der Umsiedlung sicher, bekannter zu werden.

 

Im Berlin ergab sich für Kirchner rasch ein neuer und interessanter Bekanntenkreis. Mit Max Pechstein gründete er sogleich eine Malschule, die die beiden wegen Erfolglosigkeit aber bald darauf wieder schlossen. Über Pechstein lernte Kirchner Herwarth Walden kennen, der damals eine Galerie leitete und eine Zeitschrift herausgab. In Waldens Kreis machte er Bekanntschaft unter anderem mit Alfred Döblin (Berlin Alexanderplatz), der als Psychiater praktizierte und in seiner freien Zeit schrieb.

 

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