Apr
23

Westdeutsche Autoren-Photographie in Braunschweig

Michael Schmidt, Stadtoberinspektor beim Bezirksamt Wedding, aus der Serie Berlin-Wedding, 1977/78
© Michael Schmidt, Courtesy Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur

 

 

Das Museum für Fotografie in Braunschweig zeigt ab kommenden Freitag, 25. April 2014, so genannte Autoren-Photographie.

 

Der Begriff dient als bewusste Abgrenzung zur bis Anfang der 1980er-Jahre leitenden kommerziellen Ausbildung von Photographen in der Bundesrepublik Deutschland. Klaus Honnef schuf den Begriff und lud viele junge Photo-Künstler zu einer Ausstellung ein, die 1979 der Beginn einer neuen Entwicklung war. Nun bekamen die individuellen Sichtweisen und Methoden der einzelnen Photographen größeres Gewicht.

 

In Braunschweig soll nun diese historische Wende in der Photo-Geschichte Westdeutschlands nachgezeichnet werden. Der Besucher soll auch einen Eindruck vermittelt bekommen von den intellektuellen Kontroversen der folgenden Jahrzehnte.

 

Museum für Photographie

Helmstedter Str. 1, 38102 Braunschweig
+49 531 75000
www.photomuseum.de
Di-Fr 13-18 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr Museum für Photographie

Apr
17

Robert Longo – Stand

Robert Longo, Study of Darth Vader, 2012,
Ink and charcoal on vellum, 15 x 22 inches
© Robert Longo, Photo: Erma Estwick, Courtesy Capitain Petzel, Berlin & Metro Pictures, New York

 

 

Robert Longo, Stand.
Hrsg. von der Galerie Capitain Petzel, Berlin: Deutsch/ Englisch.
106 Seiten mit mehreren Klapptafeln und zahlreichen Abbildungen, Hatje Cantz Verlag 2014, 35 Euro.

 

 

Im Jahre 2012 verwandelte der US-amerikanische Künstler Robert Longo die Berliner Galerie Capitain Petzel: Seine ortsspezifische Installation wurde für knapp drei Monate zum Hort seines Werkes und zugleich einer fulminanten Neu-Interpretation der DDR-Nachkriegsarchitektur des Gebäudes. Ein Bildband dokumentiert nun das herausragende Gesamtkunstwerk.

 

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Apr
15

Roselyne Titaud – Visites

© Roselyne Titaud aus der Serie Visites

 

 

Die Berliner Collection Regard des Photo-Sammlers Marc Barbey zeigt in ihren wunderbar intimen Räumen Werke von Roselyne Titaud. Die 1977 in Frankreich geborene Künstlerin photographierte Interieurs von Berliner Wohnungen.

 

 

Roselyne Titauds Zyklus Visites dokumentiert Räume, die durch das quadratische Format und die jeweils spezifische Wahl des Ausschnittes einen eigenen Stil entfalten. Die elegante Schlichtheit korrespondiert mit der Absenz der Bewohner. Die in Berlin lebende Photographin komponierte so Stilleben in poetischer Tiefe.

 

 

Die Photos entstanden zwischen 2001 und 2013. Sie sind noch bis 26. September 2014 zu sehen.

 

 

Begleitend zur Ausstellung ist Roselyne Titauds Katalog Visites im Kehrer Verlag Heidelberg erschienen.

 

 

Collection Regard
Marc Barbey
Steinstraße 12
D-10119 Berlin

www.collectionregard.com

 

 



Apr
12

Heimo Schwilk – Ernst Jünger

Die Biographie von Heimo Schwilk
© Klett-Cotta 2014

 

 

Heimo Schwilk, Ernst Jünger – Ein Jahrhundertleben.
648 Seiten mit Abbildungen. Gebunden. Klett-Cotta 2014, 24,95 Euro.

 

Heimo Schwilks Ernst Jünger-Biographie fand bei ihrem Erscheinen im Jahr 2007 allgemein positive Resonanz. Nun liegt Ernst Jünger – Ein Jahrhundertleben in einer überarbeiteten Neuausgabe vor.

 

Wer wäre eher prädestiniert gewesen, DIE Biographie zu Ernst Jünger zu verfassen, als Heimo Schwilk? Viele Jahre hat er sich mit dem Außenseiter der deutschen Literatur beschäftigt. Seine Bildbiographie über das Leben und Umfeld des Schriftstellers gilt als ein guter Einstieg, um den schwer zu fassenden Jünger kennen zu lernen. Daneben ist Schwilk Mitherausgeber einer fulminanten Festschrift zum 100. Geburtstag Jüngers und von vielen Zeitschriften- und Zeitungsartikeln zum Soldaten, Waldgänger und Anarchen Jünger.

 

Schwilks über 600 Seiten starke Biographie ist – das lässt sich rückblickend und vorausschauend heute sagen – DAS ultimative Standardwerk über Ernst Jünger. Sie erschien zeitgleich mit der anderen großen Lebensdarstellung vom Literatur-Professor Helmuth Kiesel, die ähnlich umfangreich und ebenfalls äußerst verdienstvoll ist. Schwilks Mammutarbeit ist ihr allerdings in der Nähe zum Porträtierten, der Detailfülle und auch sprachlichen Brillanz überlegen.

 

Im Vorwort zur Neuausgabe macht der Biograph deutlich, dass die Nähe, die Jünger ihm gewährte, Fluch und Segen zugleich war. Immerhin durfte Schwilk Jünger, der 1998 im Alter von beinahe 103 Jahren starb, über 15 Jahre begleiten. Mehrmals war er für längere Zeit in der Alten Oberförsterei, dem Hause der Jüngers, zu Gast. Der Jahrhundert-Autor stellte ihm sein Archiv zur Verfügung, wo er auf fast alles Zugriff hatte. Schwilk wohnte den Familienfeiern bei und bekam so einen tiefen Einblick in das Privatleben Ernst Jüngers in seinen letzten Lebensjahren. Dabei muss der Biograph bemüht sein, die Nähe zwar zu nutzen, sich aber gleichzeitig seine beobachtende und darstellende Unabhängigkeit zu bewahren.

 

»Ich gehörte dazu, wurde aber auch als Herausforderung empfunden«, schildert Schwilk seinen Eindruck. Denn jeder Biograph habe für den Porträtierten etwas »Anmaßendes, ja Bedrohliches. Er verfügt über Deutungsmacht. Ihm dann und wann das Abgeleitete, Zeitbedingte, Subjektive seines Anliegens zu verdeutlichen, auch das mögliche Scheitern, schien angebracht.«


Die Neutralität zu wahren, ist Heimo Schwilk insgesamt gelungen. Seine Biographie liest sich wie von einem Beobachter-Posten aus. Die Detailfülle ist erstaunlich und bewundernswert. Hat man mit der Lektüre erst einmal begonnen, so lässt sich das schwere Buch kaum mehr aus der Hand legen. Der Publizist versteht es meisterhaft, Ereignisse so zu schildern, wie sie Jünger wohl erlebt haben wird. Das Buch ist zugleich ein Geschichtsbuch, in dem das 20. Jahrhundert greifbar und spannend erzählt wird. Die Art, wie es dem Autoren gelingt, historische Geschehnisse mit Jüngers Beteiligung zu verknüpfen – ohne dabei in spekulative Sphären abzugleiten – ist teils große Biographen-Kunst.

 

So ist diese Biographie nicht nur erste Quelle für alle an Ernst Jünger Interessierten. Der dicke Wälzer ist darüber hinaus ein Meisterstück in Sachen deutschsprachiger Biographie.

 

Nun hat das Buch bei Klett-Cotta im Hausverlag Jüngers seine Heimstatt gefunden. Möge es viele Jahre lieferbar sein.

 

 




Apr
06

The Classic Cars Book

Cisitalia 202 (1947-1952)
Photo © René Staud Studios GmbH, Leonberg, Germany

 

 

The Classic Cars Book.
Photographs by René Staud. Texts by Jürgen Lewandowski.
teNeues Verlag 2014, 304 Seiten mit 150 Farb-Photographien. 29 x 37 cm, 5-sprachig, 98 Euro.

 

Sie haben die Schnauze voll den modernen Windkanal-Autos, die vielleicht weniger Sprit verbrauchen, aber schrecklich aussehen? Sie sehnen sich nach ästhetischen Fahrzeugen, wie dem legendären Jaguar E-Type, die vielleicht unpraktischer sind – aber wahrhaft schön? – Dann gibt es nun ein Buch, das die wirklich schönsten Autos der Geschichte präsentiert.

 

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Apr
02

Dorian Gray – Neuübersetzung von Eike Schönfeld

Zeitlos-zeitgemäßes Cover:
Die Neuübersetzung von Eike Schönfeld
© Insel Verlag 2014

 

 

Oscar Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray. Roman.
Neuübersetzung von Eike Schönfeld.
Insel Verlag Berlin 2014. 293 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 21,95 Euro.

 

The Picture of Dorian Gray von Oscar Wilde ist ein Roman der Superlative. Er gilt als der meist verlegte Roman der Literaturgeschichte. Die Übersetzungen ins Deutsche sind ungezählt, aber sicher dreistellig in ihrer Anzahl. Nun legt der zu Suhrkamp gehörende Insel Verlag eine mit Spannung erwartete Neuübersetzung von Eike Schönfeld vor.

 

Das Atelier war erfüllt von üppigem Rosenduft, und wenn der leichte Sommerwind im Garten zwischen den Bäumen aufkam, wehte zur offenen Tür das schwere Aroma des Flieders oder das feinere Parfum des pink blühenden Dornbuschs herein.


So übersetzt der mehrfach für seine Übertragungen ausgezeichnete Eike Schönfeld den ersten Satz der berühmten Erzählung. In ihr opfert der sehr schöne, junge Dorian seine Seele für den Preis, nie mehr zu altern… Was das an sprachlicher Modernisierung und Glättung bedeutet, erfährt der Leser nur, wenn er sich die Mühe eines Vergleichs macht. In der ersten deutschen Gesamtausgabe, in der der einzige Roman des Iren 1909 erschien, liest sich der Schlüsselsatz noch so:

 

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Mrz
29

Rembrandt Bugatti

Rembrandt Bugatti, Laufender Panther (Panthère marchant), um 1904
Bronze. Privatsammlung
Photo: Peter John Gates

 

 

Rembrandt Bugatti. Der Bildhauer 1884-1916
Ausstellung Alte Nationalgalerie Berlin 28. März – 27. Juli 2014

Katalog im Hirmer Verlag, 220 Seiten mit 250 Abbildungen, gedruckt auf 150-Gramm-Photopapier, 45 Euro.

 

Rembrandt Bugatti

Hört man den Namen Bugatti, denkt man wohl gleich an den legendären Automobilkonstrukteur Ettore Bugatti. Rembrandt Bugatti (1884-1916) war sein Bruder. Er schuf als Bildhauer in seinem durch Freitod beendeten Leben über 300 Werke. In seiner speziellen Intensität und Formensprache ist sein Stil einzigartig.

 

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Mrz
25

Die Tunisreise 1914

August Macke, Markt in Tunis I, 1914
Privatsammlung, courtesy Thole Rotermund Kunsthandel, Hamburg

 

 

Die Tunisreise 1914.
Paul Klee, August Macke, Louis Moilliet

Ausstellung im Zentrum Paul Klee, Bern bis 22. Juni 2014 

Katalog im Hatje Cantz Verlag, 336 Seiten mit 287 Abbildungen, gebunden, 29,80 Euro.

 

Sie gilt als eine der folgenreichsten Reisen der Kunstgeschichte: Vor genau 100 Jahren reisten die drei Maler-Freunde Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet zusammen nach Tunesien. Eine Ausstellung in Bern und ein Katalog-Buch widmen sich diesem Ereignis.

 

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Mrz
22

Robert Lebeck – 85. Geburtstag

© Robert Lebeck, Elvis Presley, 1958

 

 

Die Berliner Galerie Johanna Breede Photokunst feierte am Freitag-Abend mit einer furiosen Vernissage zugleich die Ausstellungs-Eröffnung und den Geburtstag von Robert Lebeck.

 

Robert Lebeck wird 85 Jahre alt. Er gehörte über ein halbes Jahrhundert zu den wichtigsten Photo-Reportern Deutschlands. Er selbst kokettiert damit, seine einzige Photo-Ausbildung sei die Bedienungsanleitung seiner ersten Kamera, einer Retina 1a, gewesen.

 

Durch seine Empathie und ungeheure Geduld gelangen Lebeck Aufnahmen, die sich ikonographisch ins kollektive Gedächtnis der Bundesrepublik brannten. Er entlockte der scheuen Romy Schneider ungekannt charmante Blicke – und Elvis aufgerissene Augen.

 

Johanna Breede Photokunst präsentiert über 60 Arbeiten – viele davon Vintage-Prints.

 

Robert Lebeck arbeitete für verschiedene Zeitschriften, bis ihn 1966 der Stern holte. Hier bekam er seinen Spitznamen: Easy Bob. Seine unendliche Ausdauer, auf den richtigen Moment zu warten, schien den Kollegen das Geheimnis seiner herausragenden Bilder zu sein.

 

Robert Lebeck zum 85. Geburtstag
22.März -  7. Juni 2014

Johanna Breede PHOTOKUNST

Fasanenstr. 69, 10719 Berlin
T +49 (0)30-889 13 590
kunsthandel@breede.de
www.johanna-breede.com
Di-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr
Johanna Breede PHOTOKUNST

 

 

Mrz
19

Frank Hertel – Susi vom Mars

Frank Hertel: Susi vom Mars

 

 

Frank Hertel, Susi vom Mars. Roman.
208 Seiten, Papaerback, Schwarzkopf & Schwarzkopf, 9.95 Euro.

 

Das gab’s auch noch nicht: Die Rezension eines Buches durch den DANDY-CLUBs führt dazu, dass es zuende geschrieben wird:

 

Der Reihe nach: Vor knapp zwei Jahren besprachen wir die Ausgabe 14 der engagierten und intelligenten Literatur-Zeitschrift Krachkultur. In der Folge für das Jahr 2012 war uns – neben vielen anderen gelungenen Texten – Susi vom Mars von Frank Hertel aufgefallen. Nur: Herausgeber Martin Brinkmann hatte in der Krachkultur geschrieben, Frank Hertel arbeitete gerade an dem Roman. Wie uns der Autor inzwischen erzählte, war er damals noch gar nicht sicher, ob er über das erste Kapitel hinaus überhaupt einen Roman schreiben wollte.

 

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