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Jan
18

Oh Yeah – Yello 40

Boris Blank und Dieter Meier 1985
Photo: Anton Corbijn
Copyright: Boris Blank, Dieter Meier, Edition Patrick Frey, 2021





Boris Blank, Dieter Meier: Oh Yeah – Yello 40
Hardcover, 450 Seiten, 723 Abbildungen, 29.7 × 21 cm
Edition Patrick Frey 2021





Die Schweizer Elektro-Pop-Band Yello feiert ihr 40-jähriges Bestehen und macht ihren Fans ein riesen Geschenk: Das Buch Oh Yeah/Yello 40 präsentiert ihre Geschichte in 450 meist farbigen Abbildungen. Ein bibliophiles Masterpiece nicht nur für Elektro-Pop-Jünger.



Das Leben kennt keine Zufälle, nur Fügungen. Ende der 1970er Jahre lernten sich Boris Blank und Carlos Perón in einem Testlabor für Auto-Entwicklung kennen, als beide unabhängig voneinander Motorensounds aufnehmen wollten. Kurz darauf begannen sie gemeinsam, Geräusche aufzunehmen, um diese in avantgardistische Musik zu verarbeiten. Paul Vajsabel, legendärer Inhaber eines Plattenladens in Zürich, empfahl den beiden dann Dieter Meier als Sänger. Yello war geboren.

Vor der Roten Fabrik, 1983
Copyright: Boris Blank, Dieter Meier, Edition Patrick Frey, 2021





1979 veröffentlichte Yello ihre erste Maxi-Single. Ein Jahr später hatte sich der Ruf der Musiker bereits bis in die USA verbreitet. Hier war die Discowelle auf dem Höhepunkt. Eine intelligentere und anspruchsvollere Variante elektronischer Partymusik wurde gesucht. So konnte es nicht verwundern, dass Yello rasch mit dem Label Ralph Records einig wurde und einen Plattenvertrag in den Staaten an Land zog. 1983 verließ Carlos Perón die Band, die seitdem nur noch aus Dieter Maier und Boris Blank besteht.




Seitdem ging es nur noch aufwärts. Bereits die zweite Single Bostich wurde zum viel gespielten Clubhit. Die Story der Band ist bekannt oder kann nachgelesen werden. Viel interessanter an Yello ist, daß es sich nie nur um eine reine Musik-Gruppe handelte. Von Anfang an drehten die Musiker ihre Videos zu den Songs selbst und gestalteten die Werbung. Auch die Clips werden in dem opulenten Band präsentiert und machen Lust, sich neben den einzelnen Photos davon sich auch das gesamte Video im Netz anzuschauen.

Das Yello-Studio in der Roten Fabrik, Zürich 1980
Copyright: Boris Blank, Dieter Meier, Edition Patrick Frey, 2021





Viel zum Verständnis des Gesamt-Kunstwerks Yello trägt bei, wenn man sich das weitere künstlerische Schaffen von Dieter Maier ansieht. Im Jahr 2013 fand im Aargauer Kunsthaus Aargau die seinem bildnerischen Schaffen gewidmete Ausstellung In Conversation statt. Schon in seinen frühen Photos und Performances sind die Anklänge der Yello-Videos zu finden. So wird man Yello nicht gerecht, bezeichnet man die Band nur als Elektro-Pop. Yello ist ein Gesamtkunstwerk, das aus der perfekten Symbiose des Klangsammlers Boris Blank und dem dandyistischen Gesang von Dieter Maier den Dadaismus in die elektronische Musik gerettet hat.





Der fulminante Bildband ist ein inhaltlicher und gestalterischer Genuß: Die zahlreichen Photos von der gesamten, bisher 40 Jahre umfassenden Geschichte von Yello, werden ergänzt durch zahllose Dokumente wie Plattencover, Eintrittskarten, Manuskripte, Werbephotos &C. &C.




Eine bild-ästhetische Augenweide nicht nur für die Fans von Yello.

© Matthias Pierre Lubinsky 2022