Dandy-Look 2009 – Die Folgen

Der US-amerikanische Fashion Designer Duncan Quinn zeigt in seiner Werbe-Campagne, was der holden Dame passieren kann, wenn sie das mit dem ‚Dandy-Look 2009‘ zu wörtlich nimmt. Manche Frauenmagazine hatten ihren Leserinnen ja empfohlen, mal im Kleiderschrank ‚von IHM‘ plündern zu gehen…

Aber immerhin räkelt sie sich ästhetisch auf der Motorhaube seines E-Type!

Photo: Duncan Quinn. All rights reserved.

Killer-Look

Duncan Quinn präsentiert in dieser Herbst-Winter-Saison auch den Killer-Look. Na dann, Gentlemen!

Photo: Copyright Duncan Quinn. All rights reserved.

Markus Lüpertz‘ Der Dandy

Markus Lüpertz‘ Gemälde Der Dandy von 1984 kommt am 25. November 2009 im Palais Dorotheum in Wien zur Versteigerung. Angesetzter Schätzpreis: 50.000 bis 80.000 Euro.

http://www.dorotheum.com/en/dorotheum/locations/palais-dorotheum.html

PALAIS DOROTHEUM
Dorotheergasse 17
A-1010 Vienna
Tel. +43-1-515 60-0
Fax +43-1-515 60-443

Die Entwicklung der Photographie – Ausstellung in Washington

Étienne Carjat, Charles Baudelaire, Photographie von 1863

Die National Gallery of Art in Washington, D.C. präsentiert eine Ausstellung zur „Entwicklung der Photographie vor dem digitalen Zeitalter“. Sie beinhaltet auch Photos von Nadar und das hier gezeigte Portrait Baudelaires von Étienne Carjat. Der Weg, den die Photo-Kunst in einer Zeitspanne von über 100 Jahren zurücklegte, wird anschaulich. Die Ausstellung geht noch bis zum 14. März 2010.

http://www.nga.gov/exhibitions/darkroominfo.shtm

Morrisseys Selbst-Boykott

Bereits im Vorfeld dieses zweiten Berlin-Konzerts von Morrissey, dem britischen Rock-Dandy, der sich auf Oscar Wilde beruft, hatte es Stunk gegeben. Über die Fan-Seite True-to-you.net ließ der Ex-Smith verlauten, dass er mit der Veröffentlichung nicht einverstanden sei. Er rief gar zum Boykott von „Swords“ auf. In einem Statement heißt es: „Morrissey möchte klarstellen, dass er weder von der Plattenfirma, noch dem Vertrieb über die geplanten Box-Sets von Morrissey-Singles informiert wurde. Er hält nichts von derartigen Releases und bittet hiermit darum, sie zu ignorieren.“

Die neue Morrisey-Compilation enthält 18 B-Seiten der vergangenen drei Morrissey Alben „You Are The Quarry“, „Ringleader Of The Tormentors“ und „Years of Refusal“.

Hier ein Auszug der bislang einzigen Kritik des Konzerts in der ausverkauften Columbiahalle (Welt online):

„Wie jeder andere auch wird Morrissey im Alter lauter. Jüngst wurde er 50. ‚Play very loud!‘ hat er als Anweisung auf seine Platte, ‚Years Of Refusal‘, drucken lassen. Selbst die Band beherzigt es nach Kräften. Man erkennt ‚This Charming Man‘ zwar wieder, doch das Stück hat nur noch wenig mit dem zickigen Original zu tun. Die Band The Smiths hatte mit ihrer zweiten Single 1983 unzählige Außenseiter trösten können. Morrissey begreift die Hymne heute eher als Drohgebärde.

Noch im Sakko ballt der Sänger beide Fäuste. Sein Bassist zerrt an den Saiten, und der Schlagzeuger ist derzeit eindeutig der beste Freund des schwierigen Engländers. Matt Walker prügelt Morrissey durch 19 Songs in einer Stunde. Als ‚How Soon Is Now‘ geschreddert ist, beendet Walker das Inferno mit einem entschlossenen Gongschlag.“

Die vollständige Konzertkritik findet sich hier:
http://www.welt.de/kultur/article5252101/Morrissey-und-die-Last-der-Smiths-Verklaerung.html

Parfum Baudelaire


Die schwedische Parfum-Marke Byredo bringt das Parfum für Dandys: Baudelaire haben sie es natürlich getauft. Wie sonst? Die Ingredienzen. Kopfnote: Wacholder, schwarzer Pfeffer, Kümmel. Herznote: Weihrauch, Hyazinthe, Leder. Basisnote: Papyrus, Patchouli, Ambra.

Die Stockholmer zitieren auf ihrer Internetseite den französischen Schriftsteller und Theoretiker des dandysme aus seinem Gedicht Parfum exotique aus den Fleurs du mal.

Wir bringen es selbstverständlich in vollständiger Länge:

Parfum exotique

Quand, les deux yeux fermés, en un soir chaud d’automne,
Je respire l’odeur de ton sein chaleureux,
Je vois se dérouler des rivages heureux
Qu’éblouissent les feux d’un soleil monotone;

Une île paresseuse où la nature donne
Des arbres singuliers et des fruits savoureux;
Des hommes dont le corps est mince et vigoureux,
Et des femmes dont l’œil par sa franchise étonne.

Guidé par ton odeur vers de charmants climats,
Je vois un port rempli de voiles et de mâts
Encor tout fatigués par la vague marine,

Pendant que le parfum des verts tamariniers,
Qui circule dans l’air et m’enfle la narine,
Se mêle dans mon âme au chant des mariniers.

Fremdländischer Duft

Wenn ich, geschlossnen Auges, an einem warmen Herbstabend
den Duft einatme deines wärmehauchenden Busens so seh ich
glückliche Gestade sich entrollen, die von den Feuern einer ewig
gleichen Sonne gleißen:

Träg eine Insel, wo die Natur seltsame Bäume und saftreiche
Früchte hervorbringt; Männer, deren Körper schlank ist und
kräftig, und Frauen, deren Auge durch seinen Freimut erstaunt.

Von deinem Duft geleitet, zauberischen Himmelsstrichen zu,
schaue ich einen Hafen voller Segel und Masten, noch ganz er-
müdeten vom Wogen des Meeres,

Indes der Ruch der grünen Tamarisken, der in der Luft um-
schwebt und mir die Lüster bläht, in meiner Seele dem Sang der
Schiffer sich vermischt.

http://shop.byredo.com/system/search/product.asp?id=29

Beaujolais-Dandys

Die Zeit des Beaujolais ist wieder angebrochen. Allenthalben wird jetzt daran erinnert, dass es junge ‚Dandys‘ gewesen seien, die in den 1950er Jahren ins Beaujolais reisten, um sich dem leichten Wein hinzugeben, der nicht aus der Traube gepresst wird, sondern aufgrund der Gärung die ummantelnde Hülle verlässt.

Ursprünglich war das Trinken des jungen Primeurs nur ein Spleen junger englischer Gentlemen, die mit dem Privatflugzeug nach Burgund kamen, um für sich und ihre Freunde den ersten neuen Wein aus Frankreich zu beschaffen – und natürlich vor Ort ausgiebig zu probieren. Aus diesem gesellschaftlichen Upper-Class-Spaß entwickelte sich dann im Lauf der Zeit ein massengesellschaftlicher Kult.

Der heute so genannte Beaujolais Primeur hat eine sehr junge Geschichte. Denn erst am 13. November 1951 erhielten die Weinbauern der zwölf Beaujolais-Anbaugebiete eine Ausnahmegenehmigung von der französischen Regierung, die es ihnen ermöglichte, ihren neuen Wein schon ab dem dritten November-Donnerstag in den Handel zu bringen.

Das Weinbaugebiet Beaujolais nördlich von Lyon ist geographisch zwar ein Teil von Burgund, bildet aber aufgrund der besonderen Charakteristik der Weine eine eigene Weinbauregion.

Seinen Namen trägt das Beaujolais nach der Herrschaft Beaujeu. Im Beaujolais werden Rotweine ausschließlich aus der Gamay-Traube hergestellt, die fruchtige, manchmal etwas blasse Rotweine hervorbringt.

Der neue japanische Dandy

Noch eine Post erreicht uns: Ein british randy dandy schickt uns diese Photos aus Japan. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass – wie eine Schwalbe noch keinen Sommer – so auch diese gediegene Kleidung noch keinen Dandy macht. Aber nett schaun sie aus. Und dandylike auch.

http://ifeelspace.blogspot.com/2009/01/new-japanese-dandy.html

Dandy-Girl espania

Ein Leser aus Spanien wies uns soeben hin auf ein spanisches Dandy-Girl. Na ja – nicht ganz. Vielmehr auf die Sommer-Kollektion eines spanischen Mode-Labels mit sexy Wäsche.

http://superfluo-imprescindible.blogspot.com/2009/08/dandy-girl.html

Danke Jorges-L. B.!

Joachim Ringelnatz

Zum heutigen Todestag von Joachim Ringelnatz (7. August 1883 – 17. November 1934) sprach dpa mit dem Göttinger Philologie-Professor Frank Möbus. Er bezeichnet den Kabarettisten Joachim Ringelnatz im Privaten als zurückhaltenden Menschen mit dandyesken Zügen.

Möbus: «Sein ernsthaftes Werk stand immer im Schatten des Bühnenzauberers, der er auch war. Er hat oft drei Eineinhalb-Stunden- Programme an einem Abend absolviert. Dafür liebte ihn das breite Publikum. Es ist heute auch nicht einfach, vom Humorigen wegzukommen zum Ernsthaften. Ich war gerade auf Lesereise mit ernsthaften Ringelnatz-Texten. Da war das Publikum erstaunt: ‚Was, so etwas gibt es von ihm auch?’», sagte der Ringelnatz-Forscher der Nachrichtenagentur.

Der private Ringelnatz habe mit dem Bühnen-Star nichts gemein gehabt, sagte Möbus. „Er trug weiße Anzüge und Gamaschen, hatte einen Gehstock. Er war ungewöhnlich sorgfältig herausgeputzt, dandyhaft und eitel. Er liebte teure Weine und Champagner. Er hat das Geld in vollen Zügen ausgegeben, verkehrte mit berühmten Leuten wie Max Schmeling und Asta Nielsen. Mit dem abgerissenen Seemann von der Bühne hatte er nichts gemein.“

http://www.hertener-allgemeine.de/freizeit/buecher/Megastar-und-Dandy-Joachim-Ringelnatz;art251,57624

Joachim Ringelnatz hieß eigentlich Hans Bötticher. Er wurde am 7. August 1883 in Wurzen bei Leipzig geboren. Zunächst schlug er sich mit verschiedenen Professionen durch: Leichtmatrose, Gelegenheitsarbeiter, Arbeitsloser, Obdachloser, Kommis, Buchhalter sind nur einige Berufe, die er probierte. 1920 legte er sich den Namen Joachim Ringelnatz zu und tingelte er als reisender Artist im Matrosenanzug durch die Kabaretts in ganz Deutschland und trug seine Gedichte vor. Auch seine Bücher – am bekanntesten wurden die Erlebnisse des Seefahrers Kuttel Daddeldu – wurden zu Erfolgen. 1933 verbaten ihm die Nazis das Auftreten.

Weiterführend: http://ringelnatz-verein.de/blog/

Photograph unbekannt.